Mitnetz Strom weist bei der Einspeisung erneuerbaren Energien in seinem Netzgebiet, das sich auf Teilen von Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen erstreckt, Rekordwerte auf. Damit bleibt das Unternehmen einer der Verteilnetzbetreiber mit der höchsten Einspeiseleistung aus erneuerbaren Energien in Deutschland.
Demnach nahm die Zahl der Anlagen um 8,5 Prozent von 48.800 im Jahr 2019 auf 53.400 im Jahr 2020 zu. Die installierte Leistung erhöhte sich demnach um rund 3,2 Prozent auf 9600 Megawatt, ein Jahr zuvor waren es noch 9289 MW gewesen. So hat sich diese seit 2008 verdreifacht. Zum Vergleich: Die Netzhöchstlast im Netzgebiet liegt bei rund 3300 Megawatt. Der Anteil erneuerbarer Energien am Letztverbraucherabsatz liegt inzwischen bei 122 Prozent (2019: 112).
Windenergie an erster Stelle
Die Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien stieg im Jahr 2020 um rund vier Prozent auf 15,2 Milliarden Kilowattstunden – 2019 waren es 14,5 Milliarden Kilowattstunden. Dies entspricht dem Stromverbrauch von rund sechs Millionen Haushalten in Ostdeutschland pro Jahr. Die erneuerbare Energiequelle mit dem höchsten Anteil an installierter Leistung im Netzgebiet der Mitnetz Strom ist unverändert die Windenergie, gefolgt von Solarenergie, Biomasse, Wasserkraft und Deponiegas.
„Es bleibt eine Herausforderung, der volatilen Einspeisung erneuerbarer Energien und dem steigenden Anteil flexibler Verbraucher gerecht zu werden. Wir arbeiten deshalb in rund 15 Forschungsprojekten unter anderen mit Hochschulen und Kooperationspartnern, um technische Lösungen zu untersuchen. Ziel ist es, das Stromnetz zu entlasten, optimal auszulasten und weiterhin eine sichere Stromversorgung sicherzustellen“, sagt Dirk Sattur, Technischer Geschäftsführer von Mitnetz Strom.
Projekt: Flexibilität aus dem Hochspannungsnetz
Ein Beispiel ist das europäische Förderprojekt EU-SysFlex, das Eon und Mitnetz Strom gemeinsam mit 33 Partnern seit 2017 durchführen. Das Projekt beschäftigt sich mit der Nutzung von Flexibilitäten aus dem Verteilnetz, um Europas zuverlässige Stromversorgung auch zukünftig zu erhalten. Mitnetz Strom entwickelte dazu einen deutschen Demonstrator. Dieser besteht aus koordinierten Prozessen und automatisierten Tools für die operative Netzführung.
Die Projektpartner beschreiben und testen notwendige Datenaustauschprozesse und Datenpfade, sammeln Daten zu Wetter- und Lastvorhersagen und verknüpfen diese mit den Netzdaten, um Netzengpässe vorherzusehen und besser planen zu können. Das ermöglicht, Flexibilitäten aus dem Hochspannungsnetz vorherzusagen und dem Übertragungsnetzbetreiber bereitzustellen, ohne das Verteilnetz negativ zu beeinflussen. Dabei möchten die Projektpartner eine sichere Stromversorgung mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien gewährleisten.
Erst kürzlich erhielt EU-SysFlex von der Publikation „The Global Power and Energy Elites“ eine Auszeichnung zu einem der weltweit innovativsten Projekte in der Kategorie „Data and Analytics“, teilte der Netzbetreiber aus Ostdeutschland mit .(sg)



