Produziert wieder Strom: das RWE-Kohlekraftwerk Ibbenbüren (in Hintergrund). Die benachbarte Zeche (im Vordergrund) ist seit 2018 stillgelegt.

Produziert wieder Strom: das RWE-Kohlekraftwerk Ibbenbüren (in Hintergrund). Die benachbarte Zeche (im Vordergrund) ist seit 2018 stillgelegt.

Bild: @ RWE

Der Energiekonzern RWE hat am 21. Oktober spätabends sein Steinkohlekraftwerk in Ibbenbüren nach rund sechs Monaten Pause wieder in Betrieb genommen. Ab April rechnete sich der Betrieb nach Konzernangaben nicht mehr, weil das Angebot an Strom aus Erneuerbaren den Großhandelspreis für Strom zu sehr gedrückt hatte. Durch den steigenden Strombedarf könne das Kraftwerk jetzt wieder wirtschaftlich arbeiten. Genauere Angaben, ab welchem Strompreis Ibbenbüren wieder „auf gelb“ laufe und ab wann sich die Kohleverstromung dort rechnet, waren nicht zu erhalten.

In Ibbenbüren wird jetzt zunächst der noch vorhandene Vorrat an Anthrazit aus der inzwischen stillgelegten, nahegelegenen Zeche verstromt, doch es wird bereits jetzt auch Importkohle beigemischt. Angesichts der volatilen Lage am Strommarkt ist unklar, wie lange die in noch Ibbenbüren geförderte Kohle reichen wird, bei RWE wird aber „ab Mitte 2020“ damit gerechnet, dass der Betrieb ausschließlich mit Importkohle weiterläuft. Die nominale Leistung des Ibbenbürener Kraftwerks beträgt 790 MW, und diese Leistung wurde am Tag nach der Wiederinbetriebnahme nach RWE-Angaben auch erreicht.

Der Börsenstrompreis ist gestiegen

Zunächst war das Kraftwerk wegen eines technischen Defekts nur mit gebremster Leistung hochgefahren worden. Die Entscheidung, in Ibbenbüren überhaupt wieder Kohle zu verstromen, war nach Angaben von RWE im übrigen „rein marktgetrieben“: Durch einen steigenden Börsenstrompreis lässt sich mit dem Kraftwerk wieder Geld verdienen. Wie lange das allerdings der Fall sein wird, ist völlig offen. Sicher ist lediglich, dass Ibbenbüren im Rahmen des Kohlekompromisses spätestens im Jahre 2038 endgültig vom Netz genommen wird. (sig)

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