Der Speicherhersteller Senec arbeitet offenbar an einer Lösung, die "volle Speicher-Kapazität bei gleichzeitig maximaler Sicherheit ermöglicht". Dies teilte ein Unternehmenssprecher der ZfK mit. Derzeit laufen die Speicher der EnBW-Tochter noch im Konditionierungsbetrieb. Dies bedeutet, dass die Anlagen mit einer maximalen Leistung von 70 Prozent betrieben werden.
Es handelt sich dabei nach Unternehmensangaben um eine Sicherheitsmaßnahme, nachdem es im August 2023 zu zwei Defekten bei Senec-Speichern gekommen war. Der Direktverbrauch und die Einspeisung des Solarstroms seien im Konditionierungsbetrieb allerdings wie gewohnt möglich, erklärt das Leipziger Unternehmen in einem Zwischenbericht zum Konditionierungsbetrieb, den es an alle Kundinnen und Kunden verschickt hat.
Kein Zusammenhang mit Brand-Serie
Senec hat die Fälle nach eigenen Angaben mittlerweile mit Experten aufgearbeitet und die angesprochene Lösung entwickelt. Die Details hierzu möchte der Speicher-Hersteller in der zweiten Novemberhälfte mitteilen. Bis dahin erhalten Kunden demnach weiterhin Kulanzzahlungen.
Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass es sich bei den in den vergangenen Wochen in den Medien (unter anderem auch in der ZfK) thematisierten Bränden nicht um Senec-Anlagen handelt, sondern um Geräte anderer Hersteller.
Geringes Brandrisiko
Die Anzahl der Defekte ist angesichts der Gesamtzahl der installierten Speicher in Deutschland vergleichsweise gering. So sprach der Vorsitzende des Fachausschusses Photovoltaik bei der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, Ralf Haselhuhn, gegenüber der Fachzeitschrift "pv magazine" von einem statistischen Brandrisiko von etwa 0,007 Prozent zum Zeitpunkt Ende 2022.
"In Deutschland waren bis Ende Juni 2023 etwa 900.000 Heimspeicher installiert. Sicherheitsrelevante Fehler waren trotz dieser hohen Installationszahlen nach unserer Kenntnis seltene Ausnahmen", betont auch Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW). Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES) sprach gegenüber der ZfK von einer Wahrscheinlichkeit "im Promillebereich".
Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Solar Energiesysteme (ISE) aus dem Jahr 2019 deckt sich mit dieser Einschätzung. Damals haben die Forscher bei 130.000 installierten Anlagen insgesamt zehn Brände dokumentiert. Allerdings hat das Forschungsinstitut seitdem keine aktuelleren Zahlen erhoben. (jk)



