Bis 2028 soll der Vorsteuergewinn des Unternehmens auf etwa 120 Millionen Euro wachsen.

Bis 2028 soll der Vorsteuergewinn des Unternehmens auf etwa 120 Millionen Euro wachsen.

Bild: © fotograf-halle.com/AdobeStock

Dezentral erzeugter Strom aus erneuerbaren Energien kann bilanziell und perspektivisch den Bedarf an elektrischer Energie in Bayern decken. Das ist das Ergebnis einer gemeinsam angelegten Studie der Netzbetreiber Bayernwerk Netz GmbH, LEW Verteilnetz GmbH (LVN) und Main-Donau Netzgesellschaft. Wissenschaftlich begleitet wurden die Netzbetreiber dabei von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft.

Analysiert wurde, welche Entwicklungspfade hinsichtlich der regenerativen Stromerzeugung für Bayern möglich sind und ob Klimaneutralität im Stromsektor erreicht werden kann.

Vier Szenarien

Die aktuelle Untersuchung knüpft an die Vorgängerstudie aus dem Jahr 2015 an. Die vier Szenarien bziehen sich auf Prognosen für Wind und Photovoltaikanlagen auf Gebäuden sowie Freiflächen.

Die beiden Szenarien "Vernetzung" und "Regionale Erzeugung" richten den Blick bis ins Jahr 2060 und gehen von einer vollständigen Klimaneutralität der Stromerzeugung in Bayern aus. Dazu sei allerdings ein erheblicher Zubau an Photovoltaik- und Windkraftanlagen nötig.

Bleibe der Zubautrend der letzten drei Jahre wie er ist (Szenario Trend) oder wird ihm der aktuelle bundespolitische Rahmen (Szenario Politik) zugrunde gelegt, ist eine CO2-neutrale Stromversorgung nicht möglich.

 

E-Mobilität bleibt zentrale Aufgabe

Neben der weiteren Integration der erneuerbaren Anlagen in das Stromnetz wird auch die absehbar zunehmende Beanspruchung der Stromnetze im Zuge neuer Anwendungen wie der Elektromobilität eine zentrale Aufgabe bleiben. Durch Netzausbau, den Einsatz innovativer Technologien sowie der Digitalisierung und Flexibilisierung in Erzeugung, Verbrauch und Speicherung sehen die Verteilnetzbetreiber sich nach eigenen Angaben  für diese Aufgaben gut gerüstet.

"Wir können den notwendigen Netzausbau zusätzlich optimieren, wenn wir auf Flexibilitätsoptionen in Erzeugung, Verbrauch und Speicherung netzdienlich zugreifen können", so die Drei. Geplant ist, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren.

2060 Ökostromüberschuss möglich

Einen besonderen Stellenwert mit Blick auf die klimapolitischen Ziele haben die beiden Szenarien "Vernetzung" und "Regionale Erzeugung". Das Vernetzungsszenario setzt dabei einen starken bundesweiten Stromaustausch ¸über Leitungen voraus.  Im Hinblick auf Kostenoptimierung unter heutigen Bedingungen sie dies das ökonomischste Szenario.

Im Szenario "Regionale Erzeugung" wird hingegen Ökostrom bevorzugt vor Ort in Bayern erzeugt. In beiden Szenarien werden 2030 bereits rund 60 TWh grüner Strom erzeugt, 2060 sind es rund 85 TWh. Schreibt man den aktuellen Stromverbrauch fort, ließe sich mit dieser Menge 2030 rechnerisch rund 80 Prozent des Stromverbrauchs decken. 2060 produzieren die bayerischen Ökostromanlagen dann deutlich mehr Strom als verbraucht wird. Perspektivisch steht damit genügend regenerativer Strom für die Elektrifizierung neuer Anwendungen wie Elektromobilität, Ausbau von Wärmepumpen oder Power-to-X-Maßnahmen zur Verfügung.

Starker Zuwachs von Photovoltaik

Ein wichtiger Baustein ist in beiden Szenarien der starke Zubau von Photovoltaikanlagen: Die installierte PV-Leistung auf Gebäuden erhöht sich darin von aktuell 9.500 MW auf 21.100 MW im Jahr 2030 bzw. 32.400 MW im Jahr 2060.

Im Vernetzungsszenario verzeichnen zudem die Freiflächenanlagen einen deutlichen Zuwachs, von aktuell 3.000 MW auf 10.000 MW (2030) bzw. 25.200 MW (2060). Während im Regionalszenario der Zubau an Freiflächenanlagen etwas verhaltener ausfällt, kommt hier der Windkraft eine wichtigere Rolle zu. Das Szenario beschreibt einen Zubau der Windkraft von aktuell 2.800 MW auf 5.700 MW (2030) bzw. 9.300 MW (2060).

Windkraft mit regionalen Schwerpunkten

Im Regionalszenario erfolgt der stärkste Zubau von Windkraftanlagen mit +1.500 MW in Unterfranken. Es müssten aber auch Standorte in den südlichen Regierungsbezirken (Niederbayern: +1.200 MW und Schwaben: +1.100 MW) erschlossen werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

In den anderen Regierungsbezirken beträgt der Zubau zwischen 550 und 650 MW. Im Gegensatz zur Windkraft verteilt sich der Zubau von Freiflächenanlagen gleichmäßiger auf alle Regierungsbezirke. Mit 2.300 MW entfällt der höchste Zubau auf den größten Regierungsbezirk, Oberbayern. (sg)

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