Der Durchschnittspreis für verkauften Solarstrom, der sogenannte Marktwert Solar, ist im Mai weiter gesunken ‒ und zwar auf rund 3,2 Cent pro kWh. Damit wurde der Tiefpunkt von 3,8 Cent im April nochmals unterschritten. Das geht aus Zahlen der deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) von Anfang der Woche hervor.
Bei den Marktwerten für Windstrom war eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten. Denn die tatsächlichen Erlöse von gefördertem Windstrom haben sich im Mai erholt. Bei Onshore-Windstrom stiegen sie von 4,8 auf rund 5,6 Cent pro kWh gegenüber dem Vormonat. Die Erlöse aus Offshore-Windkraft zogen leicht von 5,29 auf rund 5,6 Cent pro kWh an.
Sechs Stunden negative Preise
Das Interessante: Die Erlöse aus Solarstrom fielen ab, obwohl der durchschnittliche Spotpreis für grauen Strom von rund 6,3 auf 6,7 Cent pro kWh zugelegt hat. Damit setzt sich der Abwärtstrend bei der Photovoltaik fort. Im Januar war der Marktwert mit rund 7,5 Cent noch mehr als doppelt so hoch. Im April sanken die Erlöse erstmals seit Beginn der Energiekrise wieder unter die Schwelle von 4 Cent pro kWh.
Im Mai gab es, wie auch im April, zudem wieder zahlreiche negative Strompreisphasen. Laut einer Analyse des Anbieters dynamischer Tarife Rabot Charge kam es im Mai insgesamt zu 78 Stunden mit negativen Preisen. Im April waren es noch 50 Stunden gewesen. Sowohl im April als auch wieder im Mai gab es Phasen, in denen die Strompreise mindestens sechs Stunden lang negativ waren.
Hoher Anteil Solarenergie
Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Netzlast war im Mai mit rund 63 Prozent insgesamt hoch. Im Mai waren jedoch vor allem die PV-Anlagen außergewöhnlich produktiv. Ihr Anteil an der Netzlast lag bei rund 24 Prozent, wie Zahlen der Plattform Energy Charts zeigen. Der durchschnittliche Anteil von Solarstrom an der Netzlast lag im laufenden Jahr dagegen bei rund 12 Prozent.
Mit ihrem hohen Anteil im Mai übertrumpfte die Solarenergie die Windenergie erstmals in diesem Jahr, die lediglich rund 21 Prozent zur Netzlast beisteuerte. Das war der bislang niedrigste Wert in 2024. Durchschnittlich hat Windenergie einen Anteil an der Netzlast in Höhe von rund 34 Prozent. (jk)



