Beim Ausbau der Solarenergie sind die Länder Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen aktuell führend. Das zeigt eine Auswertung des Landesverbands Erneuerbare Energien (LEE) NRW. Bis Ende Oktober wurden in Nordrhein-Westfalen dieses Jahr demnach rund 150.000 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 1600 Megawatt (MW) installiert.
Bundesweit liege NRW damit hinter Bayern (3660 MW) und Baden-Württemberg (1710 MW) auf Rang drei. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 könnten es annähernd 2000 MW werden, prognostiziert LEE-NRW-Geschäftsführer Christian Vossler.
Rückgang um 30 Prozent
Das würde zwar ein Minus von 20 bis 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeuten. Zugleich wäre es aber der dritthöchste Ausbauwert in NRW seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000.
Vossler sieht daher keinen Grund zur Besorgnis: "Die gleiche Entwicklung gibt es auch auf Bundesebene, da insbesondere weniger private Dachanlagen gebaut werden." Der Solarboom in den beiden zurückliegenden Jahren habe bei den Privathaushalten zu einer leichten Sättigung geführt.
NRW führend bei Balkonkraftwerken
Anders als bei klassischen Dachanlagen zeigt NRW bei den sogenannten Balkonkraftwerken eine starke Nachfrage. Bis Ende Oktober wurden etwa 79.000 Steckersolaranlagen mit rund 97 MW Leistung gemeldet. Damit liegt NRW in diesem Bereich sogar vor Bayern (61.000 Anlagen, 73 MW) und Baden-Württemberg (54.000 Anlagen, 64 MW).
Vossler betont die Bedeutung von Freiflächenanlagen, deren Anteil an der neu installierten Leistung in NRW aktuell lediglich sieben Prozent beträgt. Auch gewerbliche Dächer sowie landeseigene und kommunale Liegenschaften böten nach wie vor erhebliches Potenzial für Solarprojekte. Allerdings sei "ein deutlicher Aufschwung" in diesen Segmenten entscheidend, um die Energiewende voranzubringen, so Vossler.
Kritk an Förderstopp
Daher kritisiert der LEE NRW insbesondere die jüngst angekündigten Förderstopps für kleinere Dachanlagen. Vossler appelliert an die Bundesregierung, die Direktbelieferung kleinerer Gewerbe- und Industriebetriebe mit Solarstrom zu erleichtern. "Wir brauchen mehr und nicht weniger Solarstrom", betont er.
Dem Verband zufolge arbeiten in der nordrhein-westfälischen Solarbranche derzeit rund 46.000 Beschäftigte, bei einem Jahresumsatz von zehn Milliarden Euro.






