Stromnetz smart gemacht: Von hier aus steuern die Stadtwerke Bad Reichenhall zukünftig die Digitalisierung des Niederspannungsnetzes mit der SGOP.

Stromnetz smart gemacht: Von hier aus steuern die Stadtwerke Bad Reichenhall zukünftig die Digitalisierung des Niederspannungsnetzes mit der SGOP.

Bild: © Stadtwerke Bad Reichenhall KU

„Maximale Transparenz im Niederspannungsnetz ist angesichts des Zuwachses an E-Fahrzeugen, Wärmepumpen und PV-Anlagen eine entscheidende Grundlage für die erfolgreiche Energiewende in unserem Netzgebiet", sagt Peter Fösel, Vorstand der Stadtwerke Bad Reichenhall. 

Sein Unternehmen hat daher die  „Smart Grid Operation Platform“ (SGOP) des Anbieters Vivavis beauftragt, um die Prozesse zur Niederspannungsnetzführung und zum Netzmonitoring umfassend zu digitalisieren.

Ausgangslage in Bad Reichenhall

Die traditionsreiche bayerische Kur- und Erholungsstadt Bad Reichenhall mit ihren rund 19.000 Einwohnern steht vor der Aufgabe, ihre Strominfrastruktur an die wachsenden Anforderungen anzupassen. Mit der zunehmenden Elektromobilität im Netzgebiet wird eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur immer wichtiger.

Auch die Zahl an Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen nimmt demnach immer mehr zu. Gefragt ist also der Einsatz innovativer Technologien, um Spannungsprobleme im Niederspannungsnetz zu vermeiden, das Netz zielgerichtet auszubauen und auch weiterhin eine nachhaltige und zukunftssichere Energieversorgung zu gewährleisten.

Stadtwerke rüsten das gesamte Niederspannungsnetz mit Messtechnik aus

Die Stadtwerke Bad Reichenhall haben daher bis Ende des Jahres die Abbildung von 130 Ortsnetzstationen in der Smart Grid-Operation-Platform  (SGOP) beauftragt. Damit wird das gesamte Niederspannungsnetz der Stadtwerke sowie das einer benachbarten Gemeinde, für die sie die Betriebsführung übernehmen, in die Plattform integriert. 

Bereits zahlreiche Stationen habe man messtechnisch erfasst, und weitere sollen follgen: Jährlich sollen etwa 20 Stationen mit Abgangsmessungen ausgestattet werden. Bis 2028 sollen nach aktueller Planung alle Ortsnetztransformatoren mit Fernwirktechnik ausgerüstet sein.

Schritt für Schritt zum intelligenten Netz

Die Einführung erfolgt schrittweise: Zunächst wird mithilfe bereitgestellter Stamm- und GIS-Daten ein digitaler Zwilling – das SGOP-Netzmodell – erstellt. Damit sind umfangreiche Netzführungsfunktionen möglich. Netzmonteure können Änderungen von Schalter- und Sicherungszuständen direkt im Außendienst über Tablets dokumentieren und Provisorien wie Erdungen oder Trennungen für alle sichtbar einpflegen.

Als zweiten Schritt sorgen die messtechnisch erfassten Ortsnetzstationen für Transparenz im Niederspannungsnetz. Nicht nur Messdaten aus Ortsnetzstationen werden im digitalen Zwilling angezeigt, genauso werden die Daten von intelligenten Messsystemen in der SGOP integriert. So kann der Netzbetreiber künftig gezielt erkennen, in welchen Netzgebieten Handlungsbedarf besteht.

Zudem ist für 2025 angedacht, in zwei Ortsnetzstationen ein sogenanntes "SmartControl" zu implementieren, um den Regelkreis zu schließen und ein Dimmen von Verbrauchern zu ermöglichen. Dazu gebe es auch ein passendes CLS-Management, heißt es weiter. (sg)

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