Schornsteine qualmen am Morgen auf den Dächern der Leipziger Südvorstadt.

Schornsteine qualmen am Morgen auf den Dächern der Leipziger Südvorstadt.

Bild: © Jan Woitas/dpa

Kaum kündigten sich Frost und Schnee an, stiegen Anfang Februar die Strom- und Gaspreise. Nach einem leichten Rückgang Ende Januar schoss der Strompreis Base am Spotmarkt auf 64,48 Euro pro Megawattstunde (MWh) hoch und kletterte der Strom-Frontjahreskontrakt auf mehr als 53 Euro. Auch die MWh Gas überschritt die 20-Euro-Marke (NCG Gas Spot).

Ein wahres Kursfeuerwerk legte der CO2-Preis hin. Am Montag wurde eine Tonne Kohlenstoffdioxid-Äquivalente bei 38,84 Euro gehandelt (EUA-Futures). Zum Vergleich: Zu Beginn des Monats hatte der Kurs noch bei 33,08 Euro gelegen. Dabei dürften kalte Temperaturen ebenso preistreibend gewirkt haben wie ein Artikel des US-Wirtschaftsmagazins Bloomberg, wonach Hedgefonds auf Preise von bis zu 100 Euro pro Tonne COnoch in diesem Jahr wetten.

CO2-Preisrallye vorerst gestoppt

Doch hält das Winterhoch an?

Tatsächlich stiegen wichtige Kurse am Mittwoch erneut: Der Strom-Frontjahreskontrakt erreichte fast 54 Euro pro MWh. Der CO2-Preis pro Tonne landete kurz vor der 40-Euro-Marke.

Bullishe Signale im Gasmarkt

In ihrem jüngsten Börsenbericht gehen auch die Stadtwerke Heidenheim im Strom-Terminmarkt weiterhin von einem bullishen Trend aus. Sie nennen nach unten korrigierte Temperaturprognosen, eine geringe Winderzeugung und einen volatilen CO2-Markt.

Auch im Gasmarkt überwiegen demnach bullishe Signale. Zwar befinde sich der LNG-Markt auf einem bearishen Kurs, schreiben die Stadtwerke. Die Versorgung mit Flüssigerdgas habe sich stabilisiert. Die Nachfrage in Nordost-Asien sei aufgrund der milderen Temperaturen dort gesunken.

Speicher: Unter 40 Prozent Füllstand

Allerdings verweisen die Stadtwerke Heidenheim auch auf die niedrigen Füllstände in deutschen Gasspeichern. Nach Angaben des Branchendienstes AGSI fielen diese am Montag auf weniger als 40 Prozent. Zugleich wurden an diesem Tag 2,3 Terawattstunden (TWh) ausgespeichert. Das war deutlich mehr als die Tage zuvor.

Bullish dürften außerdem merklich niedrigere Gasflüsse aus Russland wirken. Das dürfte dazu führen, dass noch mehr Speicherkapazität abgerufen werden muss, das Gasangebot noch knapper wird. Zumal es fürs Erste in großen Teilen Deutschlands frostig bleiben soll. Zumindest die nächsten Tage. (ab)

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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