Der mächtige Spezialbohrer ist erstmals in Bayern im Einsatz. Sein Einsatz in Plattling dient der Stärkung des örtlichen Stromverteilnetzes und der Integration erneuerbarer Energien vor Ort.

Der mächtige Spezialbohrer ist erstmals in Bayern im Einsatz. Sein Einsatz in Plattling dient der Stärkung des örtlichen Stromverteilnetzes und der Integration erneuerbarer Energien vor Ort.

Bild: © Bayernwerk

Die Bayernwerk Netz GmbH (Bayernwerk) hat auf der Baustelle am Isarufer in Plattling die laufenden Maßnahmen zur Stärkung des regionalen Verteilnetzes in der Region vorgestellt. Insgesamt fließen rund 4,7 Millionen Euro in neue Mittelspannungsverbindungen mit einer Länge von etwa 18 Kilometern. Die Firma Streicher als Baupartner setzt erstmals in Bayern eine vollkommen neue Technik ein, um die Isar zu unterqueren.

„In mehreren Bauabschnitten verlegen wir zwischen dem Umspannwerk in der Nelkenstraße und Breitfeld auf der anderen Isar-Seite zusammen mit den Stadtwerken und lokalen Partnern rund 18 Kilometer Mittelspannungskabel. Ein erheblicher Teil der Strecke wird in Rohren verlegt. Das erleichtert die spätere Instandhaltung und möglichen Reparaturaufwand“, sagte Fabian Brunner, Netzbauleiter im Bayernwerk-Kundencentergebiet Vilshofen. Mit den neuen 20-Kilovolt-Leitungen soll die regionale Energieversorgung in Plattling zukunftssicher werden. In Ergänzung werden auf beiden Seiten der Isar zwei moderne Trafostationen installiert.

 

Bohranlage mit neuartiger Technik

„Die für die Installation der Versorgungsleitungen notwendigen unterirdischen Rohre werden in den Teilbereichen, bei denen keine offene Bauweise mit einem Rohrgraben möglich ist, im sogenannten Horizontalspülbohrverfahren verlegt“, erklärte Boris Böhm von der Firma Streicher. Das in Plattling eingesetzte Spezialgerät bohrt in bis zu 20 Meter Tiefe unter der Isar einen rund 500 Meter langen Bohrkanal. Die Bohranlage ist demnach die erste ihrer Art, die ohne ein Dieselaggregat, also direkt mit grünem Strom aus der Steckdose, betrieben wird. Der Bohrer erfüllt laut Bayernwerk mit einem Elektroantrieb höchste Anforderungen an Sicherheit, Umweltschutz und Effizienz.

Die Verbindung unter dem Fluss dient in Zukunft vor allem der Einspeisung und Verteilung der zunehmend vor Ort produzierten Sonnenenergie. „Mit der Verbesserung der örtlichen Netzinfrastruktur werten wir das Umspannwerk Plattling als modernen Netzknoten zusätzlich auf, um regenerativ erzeugten Strom vor Ort besser aufzunehmen und Kunden vor Ort mit grünem Strom zu versorgen“, sagte Netzbauleiter Fabian Brunner. Insgesamt werden rund 4,7 Millionen Euro für den Netzausbau in Plattling aufgewendet.

Photovoltaik-Boom

Im gesamten Bayernwerk-Netzgebiet speisen mehr als 300.000 dezentrale Energieanlagen ins Netz ein. Die steigende Zahl der Anlagen und die wachsende Einspeisemenge sind eine große Herausforderung für den Netzbetrieb. Insbesondere der hohe PV-Anteil im regionalen Verteilnetz mit einem Schwerpunkt in Niederbayern führt bei starkem Sonnenschein dazu, dass die eingespeisten Strommengen den örtlichen Strombedarf deutlich übersteigen. Wenn in diesen Momenten die Kapazität im regionalen Verteilnetz zur Aufnahme des PV-Stroms nicht ausreicht, muss überschüssiger Strom in die höhere Transportnetzebene abgegeben werden. Dazu sind eine leistungsstarke Netzstruktur und Umspannwerke als Schnittpunkte zwischen den unterschiedlichen Spannungsebenen erforderlich.

Beim bisherigen PV-Rekord in diesem Jahr im Bayernwerk-Netz wurden am 6. März knapp 6000 Megawatt Sonnenstrom im Verteilnetz aufgenommen. Das entspricht der Leistung von etwa sieben konventionellen Kraftwerken. Rund die Hälfte konnte regional nicht verteilt und musste zum Transport in das nationale und internationale Übertragungsnetz abgegeben werden. (sg)

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