Sturmtief "Luis" hat dem Spotmarkt einen turbulenten Wochenausklang beschert. An der Kurzfristmarkt-Börse Epex Spot war zwischen minus acht und bis zu plus 60 Euro pro Megawattstunde alles drin.
Am Sonntag etwa begann der Kurs tief im Negativen (–4,92 Euro pro MWh) und drehte erst um 8 Uhr ins Plus. Mittags wurden dann wieder teils Negativpreise (–0,01 und –0,02 Euro pro MWh) gehandelt.
Wilder Wochenritt
Ein aufsehenerregender Abschluss eines wilden Wochenritts am Spotmarkt, wie Zahlen des Berliner Analysehauses Energy Brainpool im ZfK-Datenraum zeigen. (Hier geht's direkt zum Datenraum.)
Demnach wurden für vorvergangenen Montag noch Tageswerte von mehr als 61 Euro pro MWh im Base ermittelt. Dann aber ging es rasant nach unten. Verantwortlich waren dafür vor allem die erneuerbaren Energien und dort insbesondere die Windkraft. Von Mitte der Woche an waren Windkraftanlagen im Tagesmittel für 40 Gigawatt Leistung verantwortlich.
Windfront wieder ruhiger
Allein am Samstag wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur zwischen 11 und 12 Uhr mehr als 45 Gigawatt aus Wind eingespeist. Zusammen machten die erneuerbaren Energien in diesem Zeitraum nahezu 100 Prozent des bundesweit verbrauchten Stroms aus. Zum Vergleich: Um die 18 Gigawatt aus Wind gelten in der Branche aktuell als normal.
Diese Woche dürfte sich die Lage an der Windfront dagegen wieder etwas beruhigen. Am Montag bewegte sich die Einspeiseleistung im Tagesmittel deutlich unter 40 Gigawatt. Auch die Spotpreise kehrten wieder in gewohnteres Terrain zurück und notierten wieder merklich über null Euro.
Gefahr negativer Preise
Wie der Branchenservice Montel zudem berichtet, soll die Winderzeugung in dieser Woche im Schnitt nur noch 19,6 Gigawatt betragen. Die Gefahr negativer Preise dürfte damit stark abnehmen. (ab)
Siehe auch: Warum die CO2-Preise gerade so hoch sind wie noch nie



