Der Bau neuer großer Gaskraftwerke war in den vergangenen Tagen wenig attraktiv.

Der Bau neuer großer Gaskraftwerke war in den vergangenen Tagen wenig attraktiv.

Bild: © Nicolas Armer/dpa

Von Artjom Maksimenko

Im Januar stellten Gaskraftwerke durchschnittlich rund elf Gigawatt (GW) Leistung und haben damit einen Höchststand von mindestens fünf Jahren markiert. An der Spitze lag sie sogar bei Tageswerten um 18 GW. Der Gesamtanteil Anteil der Stromerzeugung aus konventionellen Energien lag laut Agorameter mit 53 Prozent über dem Erzeugungsanteil der Erneuerbaren von 47 Prozent.

Die fossilen Energieträger mussten vor allem für die ausbleibenden Windstrommengen zum Einsatz kommen. Denn Windkraftanlagen erzeugten nur etwa 32 Prozent des Stroms und etwa drei TWh weniger als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Im Januar 2024 lag ihr Anteil noch bei 38 Prozent. Dieser Umstand hat für einen Anstieg der Gaspreise auf den Handelsmärkten gesorgt und sorgte auch auf dem Strommarkt dann für bullishe Preisentwicklung

Konventioneller Anteil steigt

Die konventionelle Stromerzeugung war geprägt von einem hohen Anteil der Erdgasverstromung mit 23 Prozent am Gesamtmix, und auch Kohlekraftwerke erzeugten weiterhin über 20 Prozent. Trotz der milderen Temperatur im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gasnachfrage entsprechend deutlich. In Europa lag der Bedarf 564 Terawattstunden (TWh).

Auch in Deutschland unterbot die Gasnachfrage im Januar mit 122 TWh die Fünfjahres-Norm nur um acht Prozent (Januar 24: 120 TWh). Das Ergebnis der verstärkten Gas- und Kohleverstromung war der Anstieg der Emissionen um neun Prozent auf 17 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Die Kosten der Zertifikate sind ein weiterer Grund für die bullishe Preisentwicklung an der Strombörse. Seit einem Jahr steigt der Preis für EU CO2 Allowances 2025 fast kontinuierlich und erreichte zuletzt 81,4 Euro je Tonne CO2 (8.Februar 2024: 62,90 Euro/t).

Strompreise legen zu

Der Einsatz fossiler Energieträger machte sich auch auf dem Strommarkt bemerkbar. Während die Stromnachfrage im Vergleich zum Januar 2024 um zwei Prozent zulegte, stieg der Börsenstrompreis um 38 Euro pro Megawattstunde (MWh) auf 114 Euro/MWh.  Sowohl am langen als auch am kurzen Ende zogen die Strompreise an der Börse an. Der Frontjahr-Kontrakt Cal 26 legte seit Jahresbeginn von 92,21 Euro/MWh auf 99,12 Euro/MWh am 6. Februar zu. Der Day-Ahead-Kontrakt zog deutlicher an und notierte für den 6. Februar bei 150,09 Euro/MWh. Einen Tag darauf gab der Kontrakt zwar auf 121,18 Euro/MWh nach, blieb allerdings deutlich über dem Preisniveau des Vorjahres (7. Februar: 79,16 Euro/MWh).

Der Frontmonat-Kontrakt erreichte indes am 31. Januar mit 131,91 Euro/MWh seinen Höchststand seit mehr als einem Jahr Jahren notierte 6. Februar bei 130,65 Euro/MWh und Ende Januar auf 107,13 Euro/MWh.

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