Die Netze Duisburg helfen ihren Mandanten bei der Umsetzung von Redispatch 2.0.

Die Netze Duisburg helfen ihren Mandanten bei der Umsetzung von Redispatch 2.0.

Bild: © Netze Duisburg

Der Systementwicklungsplan (SEP) soll den etablierten Netzentwicklungsplänen für Strom und Gas (NEPs) als gemeinsamer Planungsschritt vorgeschaltet werden. Kern des SEP ist ein gemeinsam entwickeltes Leitbild für ein klimaneutrales Energiesystem in Deutschland.

"Eine integrierte Energieinfrastrukturplanung ist entscheidend für eine erfolgreiche sektorenübergreifende Energiewende. Die verschiedenen Energienetze dürfen nicht länger basierend auf unterschiedlichen Annahmen geplant werden", unterstrich Dena-Chef Andreas Kuhlmann am Dienstag bei der Vorstellung des Abschlussberichts der Dena-Netzstudie III. Die Einführung eines partizipativ erarbeiteten SEP ist ein wesentliches Ergebnis der dreijährigen Studie.

Bürgerrat soll in die SEP-Erarbeitung einbezogen werden

Jüngst stellte auch Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, bei seiner Eröffnungsbilanz die Entwicklung einer Systementwicklungsstrategie in Aussicht. Auch der Koalitionsvertrag unterstreicht das Erfordernis einer integrierten Energienetzplanung sowie die Einführung erweiterter Beteiligungsmöglichkeiten.

Konkret spricht sich nun die Dena für die Einführung eines stark partizipativ geprägten SEP aus. So sollen u.a. über einen Bürgerrat 150 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in dessen Erarbeitung einbezogen werden. Unterstützt werden soll dieser Prozess über eine eigene Geschäftsstelle sowie Expertenkonsultationen.

Etablierte Netzplanung entlasten

Der SEP als politischer Prozess soll gesetzlich im EnWG verankert werden und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geführt werden. Die Dena verspricht sich durch einen SEP neben einem verbesserten Blick über die Sektorengrenzen hinweg und einer höheren Akzeptanz für die Energienetzplanung auch eine Entlastung der etablierten Planungsprozesse für die Strom- und Gasnetze.

Gleichzeitig plädiert die Dena dafür, die NEPs für Strom und Gas zeitlich zu synchronisieren, sprich nicht mehr wie bisher zeitlich getrennt zu erarbeiten. Ergänzt werden sollte der SEP durch einen Innovationsdialog, um Innovationen für die Energienetze besser nutzen zu können, betonte Kuhlmann.

Auch Verteilnetze integriert planen - Lob vom VKU

Zudem spricht sich die Dena auch für eine integrierte Infrastrukturplanung im Verteilnetz aus. Die Netze für Strom, Gas, Wasserstoff und Wärme sollten auch auf Verteilnetzebene gemeinsam in den Blick genommen werden, so Kuhlmann. Die Ergebnisse eines bundesweiten SEP können hierbei als Orientierung genutzt werden, ergänzt durch individuelle Lösungen.

"Die dritte Dena-Netzstudie liefert einen wichtigen Beitrag über die besser aufeinander abgestimmte Planung der Strom und Gasnetze. Mit dem Vorschlag eines vorgeschalteten Systementwicklungsplanes weist sie in die richtige Richtung", erklärte Ingbert Liebing, Chef des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU).

Pro Verzahnung mit der kommunalen Wärmeplanung

Für die Verteilnetzebene müsse hieraus konkret abgeleitet werden, dass Gas-, Strom- und Wärmenetze eng mit der kommunalen Wärmeplanung verzahnt werden müssten. Dies sei Voraussetzung dafür, um nach dem Grundsatz der Technologieoffenheit eine auf die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ausgerichtete und effiziente Dekarbonisierung der Energieversorgung realisieren zu können, so Liebing. (hcn)

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