Bild: © Volker Werner/AdobeStock

Während für das erste Erdkabelsystem des SuedOstLinks, einer Gleichstromverbindung zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern, bereits die ersten Kabellieferungen erfolgen, haben die beiden Übertragungsnetzbetreiber TenneT und 50Hertz nun auch für das zweite Kabelsystem der Trasse die Erdkabelproduktion gesichert. So habe man die beiden  Erdkabelhersteller NKT aus Dänemark und Prysmian aus Italien frühzeitig beauftragt und so den Projektzeitplan optimiert, erklärten 50Hertz und Tennet.

Durch die jetzt in Auftrag gegebene Produktion, Lieferung und Montage der Erdkabel von 2024/2025 an, könne man den  Einzug der beiden Erdkabelsysteme auf einander abstimmen, heißt es weiter

Angespannte Märkte

Tim Meyerjürgens, COO von Tennet, erklärte dazu: „Die Sicherung der Kabelproduktion und -lieferung ist auch vor dem Hintergrund der aktuell sehr angespannten Märkte ein wichtiger Meilenstein bei der Realisierung des SuedOstLinks." Die Trasse sei eine der wichtigsten künftigen Strom-Versorgungsleitungen Deutschlands auf dem Weg hin zur Klimaneutralität. Im weiteren Planungsprozess streben die beiden ÜNBs an, die beiden parallel verlaufenden Kabelsysteme möglichst aufeinander abgestimmt zu verlegen.

Hintergrund: SuedOstLink und SuedOstLink+

SuedOstLink verläuft von Wolmirstedt bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt nach ISAR bei Landshut in Bayern. Die Leitung besteht aus zwei Vorhaben und transportiert vornehmlich Strom aus Windenergie vom Norden und Osten Deutschlands in den Süden:

Ein Erdkabelpaar des SuedOstLinks verbindet Wolmirstedt mit ISAR (Vorhaben 5). Es soll im Jahr 2027 in Betrieb gehen und Bayern mit 2 Gigawatt kostengünstigem Strom aus nord- und ostdeutscher Windenergie versorgen. Ein weiteres 2 Gigawatt starkes Erdkabelpaar des SuedOstLinks bildet eine Leitungsverbindung zwischen dem Landkreis Börde und ISAR. Dabei handelt es sich um den südlichen Teil des Vorhabens 5a zwischen dem Raum Klein Rogahn westlich von Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern und ebenfalls ISAR, das im Jahr 2021 in das Bundesbedarfsplangesetz aufgenommenen worden ist. Alle Leitungsabschnitte von SuedOstLink befinden sich gegenwärtig in der Planfeststellung.

Für die beiden Leitungsverbindungen von SuedOstLinks werden in zwei separaten Kabelgräben jeweils zwei Erdkabelstränge verlegt. Dadurch ergibt sich eine Gesamtlänge von 2.100 Kilometern für die erforderlichen Erdkabel.

Der nördliche Teil des Vorhabens 5a zwischen Raum Klein Rogahn und dem Landkreis Börde ist in einem separaten Projekt mit Namen SuedOstLink+ enthalten. Dieser Teil steht noch vor der Bundesfachplanung. Die Kabelproduktion für diesen neu zu planenden Abschnitt wurde daher auch noch nicht vergeben. Vorhaben 5a soll 2030 in Betrieb gehen. (sg)

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