Das US-Unternehmen Heliogen will Sonnenwärme für energieintensive industrielle Prozesse wie die Zement- oder Stahlherstellung nutzbar machen. Dem Unternehmen ist es gelungen, zu diesem Zweck die Steuerung der Spiegel in Sonnenwärmekraftwerken so zu optimieren, dass Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius erreicht werden können. Bei diesen Temperaturen lassen sich fossile Brennstoffe in industriellen Prozessen ersetzen und damit die Treibhausgas-Emissionen drastisch senken.
Für die Erzeugung konzentrierter Solarenergie wird die Energie der Sonne in Solarturmkraftwerken eingefangen. Dabei wird das Sonnenlicht über eine Vielzahl von Spiegeln auf eine kleine Fläche gebündelt und so konzentriert. „Solare Turmkraftwerke werden zur Stromerzeugung bereits vielfach eingesetzt“, sagt Thomas Wetzel vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Die einzelnen Technologie-Bausteine sind bereits seit längerem in Entwicklung.“
KI ist das entscheidende Quentchen
Die entscheidende Neuerung bei Heliogen ist nach Angaben des Unternehmens der Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Steuerung der Spiegel. Sie optimiere die Ausrichtung so, dass stets möglichst viel Sonnenlicht punktgenau konzentriert werde. „Wir haben große Fortschritte bei der Nutzung umweltfreundlicher Energie in der Elektrizitätsversorgung gemacht“, sagt Firmenchef Bill Gross. Elektrizität mache allerdings weniger als ein Viertel des globalen Energiebedarfs aus.
„Industrielle Prozesse zur Herstellung von Zement, Stahl und anderer Materialien sind für mehr als ein Fünftel aller Emissionen verantwortlich“, sagt Bill Gates, der das Unternehmen fördert. Und derzeit gebe es keine Möglichkeiten, emissionsfreie Versionen dieser Güter herzustellen. Die industrielle Einsatzfähigkeit ihrer Technologie hat das Unternehmen allerdings noch nicht gezeigt. „Die Nutzung für energieintensive Prozesse im industriellen Maßstab steht am Anfang“, bestätigt Wetzel denn auch, „sie ist aber sehr wichtig, denn der Prozesswärmebedarf übersteigt den Strombedarf deutlich.“ (sig)



