Uniper-Chef Andreas Schierenbeck.

Uniper-Chef Andreas Schierenbeck.

Bild: © Uniper

Noch verbrennt das Kraftwerk Datteln 4 im Ruhrgebiet ganz klassisch Steinkohle. Mit einer Bruttoleistung von 1,1 Gigawatt und einem Nettowirkungsgrad von mehr als 45 Prozent gehört es zu den modernsten Kraftwerken der Welt, wie der Düsseldorfer Betreiber Uniper betont.

Doch was, wenn spätestens Ende 2038 alle Kohlekraftwerke in Deutschland vom Netz gehen müssen? Macht Datteln 4 dann trotzdem weiter und verbrennt statt Kohle eben Wasserstoff?

Wasserstoff in Kohlekraftwerk: "Nicht praktikabel"

Das wurde Uniper-Chef Andreas Schierenbeck auf dem internationalen Energiegipfel Clean Energy Summit gefragt. Seine Antwort: "Das wäre nicht praktikabel. Das Einzige, was dann vom Kraftwerk übrig bleiben würde, wäre der elektrische Generator."

Viel eher kann sich Schierenbeck eine Umrüstung von Gaskraftwerken vorstellen. Auch davon hat Uniper ein paar, darunter das Kraftwerk Irsching in Bayern. "Wir haben mit unseren Partnern Siemens Energy und General Electric geprüft, inwiefern unsere Gasturbinen Wasserstoff verbrennen könnten", sagte er. "Die gute Nachricht: Technisch ist das möglich. Es ist im Moment nur unerschwinglich."

"Haben noch einiges vor uns"

Die CO2-Preise müssten auf "200 bis 250 Euro pro Tonne" steigen, um die Umwandlung von Wasserstoff in Strom in Gaskraftwerken wirtschaftlich zu machen, sagte er. "Da haben wir noch einiges vor uns."

Aktuell notieren die CO2-Preise bei etwas mehr als 40 Euro pro Tonne. Das ist Rekordniveau. (Mehr Zahlen und Kurse hier im ZfK-Datenraum.) Selbst wenn hochgegriffene Prognosen mancher Hedgefonds eintreffen und der Kurs im Laufe dieses Jahres noch die 100-Euro-Marke knacken sollte, wäre nur die Hälfte der Strecke geschafft.

Wasserstoff für Chemieindustrie

"Das heißt nicht, dass kein Wandel stattfinden wird", sagte Schierenbeck. Wasserstoff werde jedoch aus seiner Sicht vorerst hauptsächlich in der Chemieindustrie benutzt werden. Der Energieträger werde dabei lokal und grün erzeugt. (ab)

Siehe auch: Trianel begräbt milliardenschweres Gaskraftwerk-Projekt

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