Die Zuversicht scheint zurück in der Windbranche. Das bestätigt eine jüngste Erhebung von Hamburg Messe und Windenergy.
"Insbesondere die langfristigen Marktaussichten tragen zu einer guten Bewertung in der Onshore- und Offshore-Windindustrie bei", heißt es in einer Mitteilung. "Zu den größten Gewinnern im Stimmungsbarometer gehören dabei die Märkte in Europa und Nordamerika, die ihre Positionen deutlich ausbauen können."
Auch in Deutschland Stimmungsaufschwung
Auch für Deutschland scheinen die Aussichten wieder rosiger zu werden. "Nach den teilweise extremen Negativwerten im vierten Quartal 2019 hat sich die Stimmung in der deutschen Windindustrie deutlich aufgehellt.", heißt es.
Bei der Bewertung der aktuellen Marktsituation für die Onshore-Windindustrie nähere sich Deutschland langsam wieder dem positiven Bereich an, während sich bei der Offshore-Windindustrie der Aufwärtstrend fortsetze und positive Werte erreicht werden können. Vor allem die langfristige Aussicht sei optimistisch: Die Marktsituation in zwei Jahren, sowohl bei der Onshore- als auch der Offshore-Windindustrie, erhalte die besten Werte seit Erhebung des 2018 erstmals berechneten Stimmungsbarometers.
Kosten für Windenergie sinken
Eine neue Studie des europäischen Branchenverbands Wind Europe und der Technologieplattform ETIP Wind dürfte die Aufbruchsstimmung weiter befeuern. Demnach gehöre Windenergie schon jetzt zu den billigsten Arten der Stromerzeugung, schreiben die Autoren. Weitere Kostenverringerungen und Verbesserungen in der Turbinentechnik würden sie künftig noch günstiger machen.
Die Autoren erwarten, dass Onshore-Wind bis zum Jahr 2030 durchschnittlich 33 Euro pro MWh kosten wird. Das wären 28 Prozent weniger als heute.
Offshore und Floating-Offshore werden deutlich günstiger
Ausgaben für Offshore-Wind würden bis dahin auf 48 Euro pro MWh fallen — ein Rückgang von 44 Prozent im Vergleich zu heute. Floating-Offshore-Wind wiederum würde nur noch 64 Euro pro MWh kosten. Das wären 65 Prozent weniger als heute.
Bis 2040 könnten Offshore-Wind und Floating-Offshore-Wind sogar nur noch zwischen 30 und 50 Euro pro MWh kosten.
Wind soll wichtigste Stromerzeugungsart werden
Windenergie könne dabei helfen, drei Viertel des europäischen Energiebedarfs zu elektrifizieren, lässt sich Adrian Timbus, Chef von ETIP Wind, zitieren. So könne der Kontinent am kostengünstigsten bis 2050 klimaneutral werden.
Dafür müsste die Windenergie aber massiv ausgebaut werden. Die Autoren berufen sich auf Szenarien der Europäischen Kommission. Demnach werde Wind nach 2025 Europas größte Stromerzeugungsart und mache bis 2050 50 Prozent der europäischen Stromerzeugung aus. Zurzeit seien es 16 Prozent.
Großes Potenzial auch in Nordamerika
Bis 2050 sollen demnach 1000 GW Onshore- und 300 GW Offshore-Windkraftanlagen Elektrizität liefern. Aktuell sind es der Studie zufolge 165 GW im Onshore- und 15 GW im Offshore-Bereich.
Neben Europa sieht die Windbranche vor allem in Nordamerika großes Potenzial. Seit dem Machtwechsel von Präsident Donald Trump zu Joe Biden planen die USA einen starken Ausbau bei der Erzeugung von Windenergie. Dies schlägt sich auch in der Hamburg-Messe-Erhebung nieder. Insbesondere der Offshore-Bereich wird dort nun deutlich besser bewertet als bei der vorherigen Erhebung.
Hoffnungsträger Wasserstoff
Große Hoffnungen setzt die Windenergiebranche zudem auf nachhaltig erzeugten Wasserstoff. "Für über 70 Prozent der Befragten gibt es eine mittlere bis sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Produktion von grünem Wasserstoff in den nächsten drei Jahren eine wesentliche Rolle für die Windenergie spielen wird", heißt es in der Hamburg-Messe-Mitteilung. (ab)
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