Die Aluminiumhütte von Trimet in Essen speist ab sofort industrielle Abwärme in das Fernwärmenetz von Iqony ein. Mit dem offiziellen Start der Einspeisung wollen beide Unternehmen ein Zeichen für eine effizientere Nutzung industrieller Energieflüsse und für eine klimafreundliche Wärmeversorgung im nördlichen Ruhrgebiet setzen.
Jährlich gelangen künftig rund 31.000 Megawattstunden bislang unvermeidbare Prozesswärme aus den Elektrolyseöfen der Aluminiumproduktion in das regionale Wärmenetz. Bilanziell versorgt die Einspeisung mehr als 5500 Haushalte in Bottrop, Essen und Gelsenkirchen.
Kooperation läuft über 20 Jahre
Das Vorhaben ist Teil einer 20‑jährigen Kooperation, die beide Partner 2023 vereinbart hatten. Für die Wärmegewinnung installierte Trimet spezielle Wärmetauscher an den Elektrolyseöfen, die die Hitze der Aluminiumerzeugung auffangen. Vier Ventilatorstationen führen die Wärme in ein wassergefülltes Rohrbündel, das auf bis zu 130 Grad Celsius erhitzt wird.
Das so erwärmte Wasser fließt unter hohem Druck über ein 1,6 Kilometer langes, neu errichtetes Rohrsystem zur Energiezentrale. Dort überträgt es seine Wärmeenergie an das Netz der Iqony Fernwärme. Iqony wiederum hat einen zusätzlichen 700 Meter langen Leitungsanschluss verlegt, der die Einbindung des Systems außerhalb des Werksgeländes ermöglicht.
Die Voraussetzungen für das Projekt wurden geschaffen, indem Trimet seine Produktion an die schwankende Stromverfügbarkeit aus erneuerbaren Quellen anpasste. Die Flexibilisierung der Elektrolyse ermöglicht es, Effizienzgewinne mit Klimaschutz zu verknüpfen.
Iqony baut durch das Projekt den Anteil klimaneutraler Quellen in seinem Fernwärmenetz weiter aus, der bereits heute knapp 70 Prozent erreicht. Trimet wiederum stärkt die Zukunftsfähigkeit seiner Standorte und leistet einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Region. Nach dem Probebetrieb geht die Anlage in Kürze in den Regelbetrieb und speist dann dauerhaft klimaneutrale Wärme in das städtische Netz ein.




