Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit rund 410.000 Euro an die beiden Projektpartner gefördert.

Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit rund 410.000 Euro an die beiden Projektpartner gefördert.

Bild: © magele-picture/AdobeStock

So sieht Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München (SWM), die kommunale Wärmeplanung als ein wichtiges Instrument, um lokale Potentiale für die Wärmewende besser zu erschließen und Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Besondere Bedeutung habe dies für den Aus- und Umbau der Fern- und Nahwärme bzw. – kälteversorgung.

Gleichzeitig brach der SWM-Chef eine Lanze für eine verbindliche kommunale Wärmeplanung. "Es ist wichtig, dass die Wärmeplanung nicht unverbindlich bleibt. Die Kommune muss auch die Möglichkeit haben, die Planung mit einer gewissen Verve durchzusetzen", sagte er. Denn ansonsten drohe die Gefahr, dass einzelne Anwohner von Stadtteilen Pläne zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in der Kommune ausbremsten, wie das Beispiel Wien zeige.

Gasverteilnetze mit im Blick haben

Auch Andreas Auerbach, Geschäftsführer von Mitgas und Sandra Wehrmann, Geschäftsführerin der landeseigenen Berliner Dewego, unterstrichen die Vorteile einer Wärmeplanung auf kommunaler Ebene. Allerdings seien kleine Kommunen hiermit häufig überfordert und brauchten Unterstützung. Umso wichtiger sei nun das Beratungsangebote des neuen Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) der Deutschen Energie-Agentur (Dena).

Robert Brückmann, Leiter des KWW in Halle, betonte die Notwendigkeit, bei der kommunalen Wärmeplanung auch den Bestand und die eventuelle Umnutzung der Gasverteilnetze mit im Blick zu haben. Denn schließlich seien ja die Gasnetze für die Stadtwerke sehr wichtig, weil viele ihrer Einnahmen dranhingen. Nun dürfe man die kommunalen Unternehmen auch finanziell nicht im Regen stehen lassen und müsse vor Ort bei der Umsetzung der Wärmewende partnerschaftlich vorgehen.

Herausforderung bezahlbare Wärmewende

Der Herausforderung der nötigen Investitionen und den Finanzierungsbedarf der Stadtwerke betonte Auerbach, der zugleich Vertriebsvorstand von EnivaM ist. So seien für den Transformationsprozess hin zu grüner Wärme, sei es der Um- und Ausbau der Fernwärmeversorgung, aber auch bei der Wasserversorgung sowie weiterer Wünsche von Bürgermeistern, in Städten mit 25.000 oder 50.000 Einwohner rasch Investitionen im dreistelligen Millionenbereich nötig. Als wichtig erachtet er deshalb künftig eine Fokussierung der Aktivitäten der Stadtwerke.

Die Notwendigkeit einer bezahlbaren, sozialverträglichen Wärmewende unterstrich Wehrmann. Dies sei angesichts der gestiegenen Baukosten und des hohen energetischen Sanierungsbedarf von Bestandswohnungen eine immense Herausforderung.

Ehrlichere Kommunikation der Mehrkosten gefordert

Gleichzeitig sieht die Dewego-Geschäftsführerin das Risiko, dass sozial schwache Haushalte höhere Miet- und -Nebenkosten nicht mehr aufbringen können und die Wohnungsbauunternehmen und letztendlich auch die kommunalen Versorger auf den Mehrkosten sitzen bleiben.

Nöitg sei eine ehrlichere Kommunikation auch von Seiten der Politik und der Medien, dass Klimaschutz – auch getrieben durch die Preissteigerungen – etwas kostet. Man müsse so ehrlich sein, und sagen, dass eine finanzielle Dursttrecke absehbar sei, so Wehrmann.

Vielfach konventionelle Energieträger immer noch mit Kostenvorteilen

Auch Bieberbach betonte die finanziellen Dimensionen der klimaneutralen Transformation der Wärmeversorgung. Selbst bei den derzeit hohen Gaspreisen könnten die nötigen Investitionen von den kommunalen Unternehmen kaum alleine gestemmt werden. In vielen Fällen hätten konventionelle Energieträger immer noch Kostenvorteile gegenüber den erneuerbaren Energien. (hcn)

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