Von Jürgen Walk
Leverkusen will sein Fernwärmenetz in den kommenden Jahren ausbauen und seine Wärmequellen dekarbonisieren. Dabei hat der Betreiber, die Energieversorgung Leverkusen (EVL), einen dicken Fisch an Land gezogen. Denn das Wohnungsunternehmen Vonovia will 40 Immobilien mit insgesamt 600 Wohnungen an das Hauptwärmenetz der EVL anschließen.
Bislang werden die Wohnblocks im Stadtteil Alkenrath über ein Nahwärmenetz von Vonovia versorgt, das mit Gas betrieben wird. Vonovia plant aber, dieses Nahwärmenetz an das Fernwärmenetz der EVL anzuschließen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Sascha Steiner, Regionalbereichsleiter bei Vonovia, sowie Thomas Eimermacher, Kaufmännischer Geschäftsführer der EVL, unterzeichnet.
Auch mit anderen Wohnbaugesellschaften in Kontakt
"Mit dem Vorhaben können wir bei 600 Wohneinheiten fossile Energieträger durch Abwärme ersetzen und machen einen wichtigen Schritt in Richtung Wärmewende", sagt Thomas Eimermacher, Kaufmännischer Geschäftsführer der EVL. Die Leverkusener beziehen den Großteil ihrer Fernwärme – rund drei Viertel – aus dem Müllheizkraftwerk der AVEA in Leverkusen, wobei Kraft-Wärme-Kopplung zur effizienten Nutzung von Energie beiträgt. Ergänzend wird Wärme in städtischen Gasheizwerken erzeugt.
Doch offenbar haben die EVL noch einiges in der Hinterhand, denn "weitere Schritte sind in Planung": Der Energieversorger halte bei dem Thema engen Kontakt zu den großen Wohnungsbaugesellschaften in der Stadt und ermittelt weiteres Anschlusspotenzial für die Leverkusener Fernwärme.
Um die Klimaziele und die Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes bis 2045 zu erreichen, engagiert sich die EVL zudem aktiv in der kommunalen Wärmeplanung. In Leverkusen gibt es dafür einen "Transformationsplan Wärmenetze". Der zielt darauf ab, die Nutzung von Erdgas zu minimieren und durch erneuerbare Energien sowie industrielle Abwärme zu ersetzen.
Ein Projektteam aus Vertretern der Stadt, der EWL, den Entsorgers AVEA und weiterer Akteure sammelt und analysiert dazu Daten, die in einem digitalen Wärmeatlas aufgearbeitet werden. Ergebnisse zu Strategien und Maßnahmen soll es Ende 2025 geben. Für den kommunalen Wärmeplan gilt, dass er bis Mitte 2026 erstellt sein soll.


