Der Baustart von Europas größter Flusswasser-Wärmepumpe in Köln rückt näher. Die für das Projekt verantwortliche Rheinenergie habe jetzt die Aufträge vergeben, teilte sie mit. Die Anlage mit einer geplanten Leistung von 150 Megawatt soll künftig einen zentralen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in der Rheinmetropole leisten.
MAN Energy Solutions übernimmt demnach die Errichtung der Großwärmepumpe, während ein Konsortium aus Züblin und Strabag Umwelttechnik den Bau des Wasserentnahmebauwerks samt Fischschutzanlagen verantwortet.
Nachhaltige Wärme für 50.000 Haushalte
Die Flusswasser-Wärmepumpe soll am Standort Köln-Niehl entstehen und in das größte Fernwärmenetz der Rheinenergie einspeisen, das den Innenstadtbereich und umliegende Viertel versorgt. Die Anlage wird nach Unternehmensangaben mit Hilfe des Rheinwassers mit seiner Durchschnittstemperatur von rund zehn Grad Celsius eine Nutztemperatur von im Mittel bis zu 110 Grad Celsius erzeugen.
Möglich machen soll das ein natürliches Kältemittel und ein elektrisch betriebener Verdichter. Pro eingesetzter Kilowattstunde (kWh) Strom würden künftig bis zu drei kWh Nutzwärme entstehen, wobei das Rheinwasser am Ende des Prozesses nur leicht abgekühlt, aber unverändert in den Fluss zurückfließen werde, so das Unternehmen.
280 Millionen Euro an Investitionen
"Mit diesem Projekt schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige Wärmeversorgung und setzen ein starkes wirtschaftliches Signal in herausfordernden Zeiten", sagt Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der Rheinenergie. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf 280 Millionen Euro, davon werden rund 100 Millionen Euro durch öffentliche Fördermittel gedeckt.
Die Herausforderungen sind groß: Denn das dicht besiedelte Gebiet und die Nähe zum Rhein erfordern höchste Standards in puncto Lärm-, Immissions- und Umweltschutz. Dennoch soll der Bau 2026 starten, nach Abschluss der Genehmigungsverfahren. Da das Projekt in dieser Dimension Neuland sei, hoffe die Rheinenergie "auf Augenmaß beim Genehmigungsverfahren". Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.
Stabile Energiepreise
Die Kombination der Großwärmepumpe mit bestehenden gasbasierten Anlagen am Standort Niehl sorge für eine flexible und wirtschaftliche Optimierung der Fernwärmeerzeugung. Dies sorge für stabile Preise für Endkunden, verspricht das Unternehmen.


