Eine mobile Heizstation wird vor einem Seniorenheim angeliefert. Nach dem Feuer in einem Nürnberger Großkraftwerk schließt der Energieversorger N-Ergie mobile Heizkraftwerke ans Wärmenetz an.

Eine mobile Heizstation wird vor einem Seniorenheim angeliefert. Nach dem Feuer in einem Nürnberger Großkraftwerk schließt der Energieversorger N-Ergie mobile Heizkraftwerke ans Wärmenetz an.

Bild: © Daniel Karmann

Ein technischer Defekt hat nach ersten Erkenntnissen den verheerenden Brand in einem Kraftwerk in Nürnberg ausgelöst. Dadurch ist seit Tagen bei eisigen Temperaturen die Fernwärmeversorgung in zwei Stadtteilen beeinträchtigt.

Brandermittler haben inzwischen auf dem Gelände des Kraftwerks nach Spuren gesucht. Die Untersuchungen dauerten aber noch an, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Wiederaufnahme des Betriebs noch nicht absehbar

Die Schäden im unteren Kesselhaus des Blocks 1 sind nach Angaben des Betreibers Uniper so groß, dass noch nicht absehbar ist, wann das Kraftwerk wieder Fernwärme liefern kann. "Da hat ein Brand mit sehr hohen Temperaturen gewütet", sagte ein Sprecher. Die Flammen hatten sich auf bis zu 80 Meter Höhe getürmt.

Block 2 des Kraftwerks konnte Uniper in der Nacht auf Donnerstag wieder in Betrieb nehmen. Allerdings erzeugt dieser Block ausschließlich Strom. Fernwärme kann nur Block 1 liefern.

Sechs weitere Heizstationen vor Anschluss

Der Energieversorger N-Ergie versucht deshalb, die Lücke in der Fernwärmeversorgung mit mobilen Heizstationen abzufangen. Die ersten davon trafen am Mittwoch ein und konnten im Laufe des Tages installiert werden. Trotz zweistelliger Minusgrade draußen habe in der Nacht die Temperatur in den betroffenen Haushalten bei mindestens 15 Grad gelegen, teilte die Stadt mit.

Am Donnerstag sollten sechs weitere Heizstationen an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. In den nächsten Tagen erwartet N-Ergie ein riesiges Heizmodul aus Nordrhein-Westfallen, das direkt am Kraftwerk aufgestellt werden soll.

N-Ergie: Mindestversorgung gesichert

Der Fokus lag dabei vorerst auf der Versorgung einer Klinik und zweier Pflegeeinrichtungen für Senioren im betroffenen Gebiet. Auch ein größeres Wohnareal und zwei weitere Einzelobjekte werden mittlerweile teilweise durch mobile Anlagen mit Wärme versorgt. Eine Mindestversorgung ist laut N-Ergie für alle Haushalte in Röthenbach und Gebersdorf gewährleistet.

Im Laufe des Donnerstags sollen außerdem mindestens fünf weitere Anlagen angeschlossen werden. Dabei soll der Fokus auf der Versorgung größerer Wohneinheiten liegen. Darüber hinaus prüft die N-Ergie laufend die Möglichkeiten zur Installation weiterer mobiler Versorgungsanlagen. (jk)

Lesen Sie auch:Nürnberg ruft Katastrophenfall nach Kraftwerksbrand aus

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