Mit dem frischen Kapital möchten CEO Jan Ossenbrink (li.) und COO Falk Hantl das Angebot erweitern.

Mit dem frischen Kapital möchten CEO Jan Ossenbrink (li.) und COO Falk Hantl das Angebot erweitern.

Ulrike-Bessel-Fotografie

Vamo aus Köln ist auf Wärmepumpen spezialisiert. Das 2022 gegründete Start-up bezeichnet sich selbst als "digitales Handwerksunternehmen". Über die Strategie dahinter sprach die ZfK mit CEO Jan Ossenbrink und COO Falk Hantl. Bislang hat das Start-up demnach Wärmepumpen bei mehr als 500 Kundinnen und Kunden deutschlandweit installiert.

Gasamtdeutschland als Markt

Die potenzielle Kundengruppe seien in erster Linie Eigentümerinnen oder Eigentümer von Einfamilien- und Zweifamilienhäusern mit bestehenden – fossilen – Heizungsanlagen. Das Angebot reicht dabei von der Planung und Förderungsberatung über die Installation bis hin zu Wartung und Service. Vertrieben würden Luft-Wasser-Wärmepumpen von Markenherstellern, wie Ossenbrink und Hantl betonen.

Vamo ist deutschlandweit aktiv und wirbt damit, Aufträge schnell, das heißt innerhalb weniger Wochen, umsetzen zu können. Den Einbau übernehmen entweder eigene Handwerksteams oder geschulte Partner.

Strom sparen und Zusatzerlöse generieren

Doch das Geschäftsmodell umfasst mehr: So optimiere und minimiere eine selbst entwickelte Software zum einen den Stromverbrauch. Dazu müssen die Wärmepumpen mit dem Internet verbunden sein.

Zum anderen ermöglicht die "HeatOS" getaufte Lösung, dynamische Stromtarife zu nutzen. Dadurch ließen sich zusätzliche Erlöse für die Kundinnen und Kunden erzielen. Und zwar immer dann, wenn Strom in Zeiten negativer Preise abgenommen wird. Kundinnen und Kunden erhalten Geld dafür, dass sie überschüssigen Strom verbrauchen und damit das Netz stabilisieren.

Zwar sei Vamo, wie viele Start-ups, derzeit noch nicht in der Gewinnzone. "Dies ist jedoch eine bewusste Entscheidung, da wir intensiv in Technologie und den Ausbau skalierbarer, grüner Heizlösungen investieren." Das Kerngeschäft sei aber schon profitabel, "da wir mit jeder installierten Wärmepumpe Geld verdienen", unterstreichen die beiden Geschäftsführer.

10 Millionen Euro eingesammelt

Das nötige Kapital zur weiteren Skalierung stamme aus mehreren abgeschlossenen Finanzierungsrunden. Kürzlich habe das Unternehmen eine weitere Runde mit einem Volumen von 7 Millionen Euro abgeschlossen, wie es mitteilte. Insgesamt beläuft sich das Funding demnach auf nun 10 Millionen Euro.

Mit dem Geld soll das Partnernetzwerk ausgebaut, die Marke weiter etabliert sowie das digitale Serviceangebot skaliert werden. Vamo sei darüber hinaus unabhängig von etablierten Unternehmen der Heizungsbranche. Die Anteile des Unternehmens lägen ausschließlich bei Venture-Capital-Investoren.

Aktuell arbeiten bei Vamo rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Geplant ist, im kommenden Jahr um das Vier- bis Fünffache zu wachsen. "In einem Jahr erwarten wir, die Schwelle von 1000 Wärmepumpen in unserer Wärmeflotte zu überschreiten", blicken Ossenbrink und Hantl voraus. Zudem möchten sie ihre digitalen Services künftig auch Kundinnen und Kunden anbieten, die ihre Wärmepumpen von Dritten bezogen haben. (dz)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper