Laut den Verbänden braucht es für die Erreichung der Klimaziele auch endlich eine Wärmewende.

Laut den Verbänden braucht es für die Erreichung der Klimaziele auch endlich eine Wärmewende.

Bild: © rh2010/Adobe Stock

Von Jürgen Walk

Corona, Ukrainekrieg, Nahost-Konflikt – zahlreiche geopolitische Krisen haben in Deutschland zu wirtschaftlicher Stagnation und Inflation beigetragen. Die Preise zogen deutlich an – die Verbraucherpreise erhöhten sich in diesen fünf Jahren um rund 22 Prozent. Doch da, wo es den meisten Privathaushalten wirklich weh tut – bei Energie und Lebensmitteln – lag die Preissteigerung deutlich höher. Für Energie und Kraftstoff geben die Bundesbürger nach Angaben des statistischen Bundesamts Destatis knapp 50 Prozent mehr aus als vor fünf Jahren.

Ein großer Block für Haushalte sind dabei die Heizkosten. Aber um wie viel sind Gas, Fernwärme, Wärmepumpenstrom, Öl oder Pellets seit fünf Jahren wirklich teurer geworden? Kommt darauf an, muss die Antwort lauten. Je nach Technologie liegt die Steigerung entweder nahe der Inflationsrate – oder bei einer Verdoppelung des Preises von 2020. Und besonders gute Nerven brauchten Leute, die mit Öl oder Holzpellets heizen.

Gas

Für Kunden, die mit Gas heizen, waren die vergangenen fünf Jahre wenig erfreulich. Unaufhaltsam verdoppelten sich die Preise zwischen 2020 und Anfang 2023, um seit dieser Zeit auf dem hohen Niveau zu verharren. Zwar zeigt sich eine leichte Erholung der Großhandelspreise. Aber eine deutliche Entspannung auf Vorkrisenniveau ist aus mehreren Gründen nicht in Sicht. Seien es die steigenden Preise für CO2-Emissionen oder der schon bald in den Fokus tretende Rückbau der Gasnetze. Spätestens 2045 – in manchen Städten auch schon 2035 – ist sowieso Schluss. 

Fernwärme

Etwas besser als Gaskunden sind die Bezieher von Fernwärme davongekommen. Während die Preise bis Sommer 2022 stabil blieben, kletterten sie in der folgenden Heizsaison um mehr als 60 Prozent. Dort verharren sie – mit einer leichten Tendenz nach unten seit Anfang 2024. Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien bei der Produktion von Fernwärme und dem Einsatz innovativer Kraft-Wärme-Kopplungs-Konzepte gibt es zumindest theoretisch die Hoffnung auf eine langfristige Entspannung bei den Preisen.

Wärmepumpe

Wer mit Wärmepumpe – also mit Strom – heizt, kann sich beim Blick auf die Preisentwicklung nur einmal mehr über die aufgeregte Diskussion der vergangenen Jahre zum Heizungsgesetz wundern. Auch beim Strom sind die Preise zum Jahreswechsel 2023 deutlich gestiegen – um ein knappes Drittel, aber eben nicht aufs Doppelte. Und auch die leichte Entspannung auf den Energiemärkten ist mittlerweile sichtbar bei den Verbrauchern angekommen. Wohl sollte niemand zu seinem Glück gezwungen werden – aber angesichts der Preisentwicklung wirkt das Engagement mancher Demonstranten, noch mal eine Gas- oder Ölheizung einbauen zu dürfen, ein wenig aus der Zeit gefallen.

Heizöl

Leute, die mit Öl heizen, tanzen seit 50 Jahren preislich auf einem Vulkan. Jede globale Krise, jede Konjunkturnachricht und nahezu jeder Regierungswechsel weltweit machen sich direkt am Geldbeutel der Kunden bemerkbar. Und wenn das Kartell der erdölproduzierenden Länder mehr Geld möchte, ziehen die Preise ebenfalls an. Ähnlich wie beim Gas haben sich die Heizkosten seit 2020 verdoppelt – allerdings mit größeren Ausschlägen, natürlich nach oben. Deutlich mehr als das Dreifache als zwei Jahre zuvor zahlten Verbraucher Anfang 2022 für den Liter leichtes Heizöl. Zwar hat sich die Lage mittlerweile etwas entspannt – teuer und extrem volatil bleibt Öl trotzdem.

Holzpellets

Volatil – das kennen auch diejenigen, die mit Holzpellets heizen. Von Oktober 2021 bis Oktober 2022 stieg der Erzeugerpreis für Pellets auf knapp das Dreieinhalbfache. Die Entspannung kam aber fast genau so ruckartig. Seit Herbst 2023 liegt der Pellet-Preis relativ stabil gut die Hälfte über dem Niveau des Jahres 2020.

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