Eine Umfrage der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft "co2online" zeigt: Es gibt eine deutliche Präferenz sanierungsinteressierter Hauseigentümer für klimafreundliche Heizsysteme. Mehr als 80 Prozent der über 4800 befragten Teilnehmer sprechen sich für den Ersatz alter Öl- und Gasheizungen aus. Knapp ein Drittel von ihnen befürwortet sogar gesetzliche Vorgaben, um den Wechsel verbindlich zu machen.
Die Befragten reagieren besonders kritisch auf die geplante Abschaffung der 65‑Prozent‑Erneuerbaren-Regel. 56 Prozent bewerten diesen Schritt negativ. Sie warnen davor, dass ohne klare Vorgaben wichtige Entscheidungen weiter aufgeschoben werden. In den offenen Antworten heißt es mehrfach, dass veraltete Heizsysteme schnell zur Kostenfalle werden könnten. Die Sorge vor langfristigen Belastungen durch fossile Brennstoffe ist deutlich spürbar.
Wo sollen die Brennstoffe herkommen?
Auch die geplante "Bio-Treppe" überzeugt die Befragten nicht. Dieses Modell sieht vor, dass neue Öl- und Gasheizungen ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen müssen. Knapp die Hälfte der Teilnehmer lehnt das ab. Der häufigste Einwand: Es fehlt an ausreichend verfügbaren und bezahlbaren Biobrennstoffen.
Die Umfrage zeigt zudem große Unterschiede je nach politischer Präferenz. Wähler von Grünen, SPD und CDU unterstützen mehrheitlich den Abschied von fossilen Heizungen. Unter AfD-Wählern sieht es anders aus: Etwa jeder Zweite hält einen Austausch nicht für nötig. Noch deutlicher fallen die Differenzen bei der Bewertung der 65‑Prozent‑Regel aus. Grüne und SPD sprechen sich fast geschlossen gegen die Abschaffung aus. CDU- und AfD-Wähler befürworten sie hingegen überwiegend.
Unabhängig von der politischen Haltung verbindet viele Eigentümer ein zentraler Wunsch: Verlässlichkeit. Ihr Argument: Heizsysteme sind Investitionen für Jahrzehnte. Die Kritik der Befragten richtet sich dabei weniger gegen fehlende Technologieoffenheit, sondern gegen fehlende Verbindlichkeit.
Das Beratungsunternehmen "co2online" warnt daher vor einem politischen Zickzackkurs. Fehlende Leitplanken könnten den Sanierungsstau weiter verstärken. Deutschland komme beim Klimaschutz im Gebäudebereich ohnehin zu langsam voran. Wenn gesetzliche Vorgaben abgeschwächt werden, müssten andere Instrumente umso stärker wirken – etwa ein stabiler CO₂‑Preis, attraktive Förderprogramme und unabhängige Beratung.


