Der sächsische Versorger Eins baut eine Elektrolyseanlage.

Der sächsische Versorger Eins baut eine Elektrolyseanlage.

Bild: © Adobe Stock/magann

Der Chemnitzer Energieversorger Eins (Energie in Sachsen) erhält rund 1,6 Millionen Euro Fördermittel für den Bau eines Wasserstoffelektrolyseurs sowie die Umrüstung bestehender Erdgasleitungen für den Einsatz von grünem Wasserstoff.

Zwei entsprechende Bescheide übergab das sächsische Infrastrukturministerium nun an das Unternehmen. Das Projekt gilt als weiterer Meilenstein beim Aufbau eines der bundesweit vier Wasserstoffzentren, das in Chemnitz bereits im vergangenen Jahr den Betrieb aufgenommen hat.

Mehr als drei Millionen Euro gesamt

Insgesamt will Eins 2,68 Millionen Euro in die neue Anlage investieren, weitere 600.000 Euro fließen in die Anpassung der Leitungsinfrastruktur. Bei voller Auslastung soll der Elektrolyseur jährlich bis zu 36 Tonnen Wasserstoff produzieren.

Wichtiger Beitrag zur Stärkung des Forschungsstandortes Chemnitz und zur Entwicklung einer wasserstoffbasierten Industrie in Sachsen

Der dafür benötigte grüne Strom wird aus dem öffentlichen Netz bezogen und über Herkunftsnachweise aus erneuerbaren Energieanlagen zertifiziert. "Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Forschungsstandortes Chemnitz und zur Entwicklung einer wasserstoffbasierten Industrie in Sachsen", sagte der sächsische Staatssekretär Sören Trillenberg.

2029 als Zieljahr

Bis 2029 entsteht auf dem Technologie-Campus der Stadt ein Neubau in mehreren Bauabschnitten. Geplant ist ein Elektrolyseur mit einer Leistung von 240 Kilowatt. Ergänzt wird die Anlage durch einen stationären Wasserstoffspeicher mit einem Fassungsvermögen von rund 115 Kubikmetern – das entspricht etwa 330 Kilogramm Wasserstoff.

Nach Angaben des Trägervereins "HZwo" sollen dort künftig rund 100 Menschen arbeiten. Durch das Projekt von Eins sei die Grundlastversorgung des Areals mit Wasserstoff bis in die 2030er Jahre gesichert und könne perspektivisch weiter ausgebaut werden, erklärte das Ministerium.

Start-ups sowie kleine und mittlere Betriebe im Blick

Erster Abnehmer soll das Wasserstoffzentrum Hydrogen Innovation Center (HIC) sein. Das HIC richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups, die neue Geschäftsfelder rund um Wasserstofftechnologien erschließen wollen. Geplant sind Labore, Prüfstände und Werkstätten, um Innovationen effizient bis zur Marktreife zu entwickeln.

Die Fördermittel stammen aus dem Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union, der Regionen beim Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft unterstützt. Grüner Wasserstoff gilt als zentraler Baustein für die klimaneutrale Transformation von Industrie und Verkehr, etwa in der Chemie- und Stahlbranche.

Millionen für den Strukturwandel

Chemnitz ist einer von vier Standorten des nationalen Innovations- und Technologiezentrums (ITZ) Wasserstoff des Bundes. Für den Strukturwandel in den sächsischen Braunkohleregionen stehen bis 2027 insgesamt 645 Millionen Euro aus EU-Mitteln zur Verfügung.

Davon entfallen 375 Millionen Euro auf das Lausitzer Revier, 200 Millionen Euro auf das Mitteldeutsche Revier und 70 Millionen Euro auf die Stadt Chemnitz.

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