In immer mehr Haushalten in Deutschland leben Menschen, die nachweislich mit Corona infiziert sind oder wegen des Kontakts mit Erkrankten unter Quarantäne stehen. Das Landratsamt Bayreuth hat bekanntgegeben, dass diese Personengruppe eventuell mit Corona-Viren kontaminierte Abfälle, wie zum Beispiel Taschentücher, Mund-Nasen-Schutz oder Hygieneartikel, im Haus in verschlossenen Behältern sammeln und über den Restmüll entsorgen sollen.
„Zum Schutz der Müllwerker und anderer Hausbewohner dürfen die Abfälle allerdings nicht lose in die Tonne geworfen werden“, sagt der saarländische Umwelt- und Verbraucherschutzminister Reinhold Jost. „Sie sind in stabilen Müllsäcken zu verpacken und zu verschließen. Dabei ist sicherzustellen, dass spitze und scharfe Gegenstände in bruch- und durchstichsicheren Einwegbehältern verpackt sind. Die Müllsäcke dürfen außerdem nicht frei zugänglich neben den Mülltonnen abgestellt werden“, so Jost.
Im Zweifel alles in den Restmüll
Das Landratsamt Bayreuth rät, im Zweifelsfall alle mit Sekreten in Berührung gekommenen Abfälle über den Restmüll entsorgen. Denn die Zerstörung der Viren in der Müllverbrennung ist bei Temperaturen von ca. 1000 Grad gewährleistet. Die betroffenen Haushalte sollten außerdem auf eine Getrenntsammlung von Bio-, Papier- oder Gelben Tonnen verzichten.
Die gleichen Vorgaben gelten auch für normale Arztpraxen. Darauf weist das baden-württembergische Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hin. An Einrichtungen des Gesundheitsdienstes mit gehäuftem Anfall virenbelasteter Abfälle, zum Beispiel Kliniken und Schwerpunktpraxen, werden strengere Anforderungen gestellt.
Getrenntsammlung ansonsten sehr wichtig
Die Regeln sind gut nachvollziehbar, meint der VKU: "Nur Haushalte, in denen Menschen mit Infektionen oder begründeten Verdachtsfällen leben, sollen zeitweise ihren Müll nicht trennen. Alle anderen sollen weiterhin getrennt sammeln und Abfälle, wo es geht, vermeiden. Das ist auch deshalb wichtig, damit es nicht zu einer Überlastung der Restmüllentsorgung kommt und u.a. die Papierindustrie weiterhin mit Sekundärrohstoffen beliefert werden kann." (hp)



