Batteriebrände in Recycling- und Entsorgungsanlagen häufen sich und stellen eine massive Gefährdung für Mitarbeiter, Anlagen und Feuerwehren dar, während sich für die Hersteller bislang keine neuen Pflichten ergeben.
Als Reaktion auf diese Entwicklung haben vier Verbände der Kreislaufwirtschaft sowie drei Feuerwehrverbände jetzt ein gemeinsames Positionspapier verfasst und der Parlamentarischen Staatssekretärin Bettina Hoffmann des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) öffentlichkeitswirksam übergeben.
„Bisherige Apelle blieben unbeachtet“
Die Verfasser des Papieres sind:
- Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE)
- Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV)
- Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse)
- Verband Deutscher Metallhändler und Recycler (VDM)
- Bundesverband Betrieblicher Brandschutz Werkfeuerwehrverband Deutschland (WFVD)
- Deutscher Feuerwehrverband sowie
- Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes.
Gefordert werden Maßnahmen vonseiten der Politik, um die Gesundheit der Mitglieder zu schützen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Funktionalität der Kreislaufwirtschaft zu sichern. „Da alle bisherigen Appelle unbeachtet blieben und auch der aktuelle Entwurf des ElektroG enttäuscht, wenden wir uns als Kreislaufwirtschaftsbranche erstmals gemeinsam mit den Feuerwehren an die Politik“, erklärt Anja Siegesmund, geschäftsführende Präsidentin beim BDE.
Bisherige Maßnahmen reichen nicht
Der Kabinettsbeschluss zur Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) erfülle bei Weitem nicht die Erwartungen der Recyclingbranche. Bereits in der Vergangenheit hatte diese verschiedenste Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen, darunter unter anderem die Einführung eins Batteriepfandes, eine Kennzeichnungspflicht für Batterien und ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten beziehungsweise ein entsprechendes Pfandsystem.
Batterien, die fälschlicherweise in den Abfall geworfen werden, können Brände in den Entsorgungsfahrzeugen, auf Wertstoffhöfen oder in den Müllverbrennungsanlagen verursachen. Allein die Menge der akkubetriebenen Einweg-E-Zigaretten beläuft sich auf rund 80 Mio. Geräte pro Jahr, ohne, dass es dafür ein adäquates Rücknahmesystem gibt.
Klare Worte der Warnung
Die Stimmen aus den Rängen der Kreislaufwirtschaft zeigen, wie groß der Handlungsbedarf inzwischen ist. „Die Politik muss sich klarmachen, dass Anlagen, die einmal abgebrannt sind, in den seltensten Fällen wieder aufgebaut werden. Mit jeder Anlage, die aus dem Behandlungsnetz verschwindet, geht so ein Stück Entsorgungssicherheit verloren“, sagt Bernhard Jehle, Vizepräsident beim bvse.
Auch Martin Wilske, Vorsitzender beim Bundesverband Betrieblicher Brandschutz – Werkfeuerwehrverband Deutschland, betont, wie gefahrvoll die aktuelle Situation ist:„Wird eine kleine Lithium-Ionen- oder Lithium-Metall-Batterie mechanisch beschädigt, kann es zu einer exothermen Reaktion kommen. Das ist dann wie bei einer Feuerwerksrakete. Passiert das im Altpapier oder Restmüll, können brennbare Abfälle sehr leicht entzündet werden.“ (hb)




