Von Artjom Maksimenko
Mut, Offenheit und ein gut ausgebautes Netzwerk können wichtige Stützen einer erfolgreichen Karriere sein. Das war der Tenor des ersten regionalen Treffens des Frauennetzwerks "Frauen in der Kommunalwirtschaft – powered by ZfK", das am 7. Juli im nordrhein-westfälischen Hamm.
Im beruflichen Leben eröffnen sich oft Möglichkeiten, die selten im eigenen Karriereplan bereits notiert sind. "Es ist wichtig, diese Optionen ernsthaft zu bewerten und dann auch mutig zuzugreifen", sagte Ingela Marré, Unternehmenssprecherin der Stadtwerkekooperation Trianel, bei ihrem Impulsvortrag.
"Das muss sich ändern"
In ihrer beruflichen Laufbahn habe es oft spontane Möglichkeiten gegeben, die fernab ihrer Kernkompetenz als Juristin lagen. Die Entscheidung, diese zu ergreifen, habe sich im Nachhinein als sehr lohnenswert erwiesen. Sehr wichtig sei dabei ihr Netzwerk gewesen. "Habt den Mut, mit Menschen in Kontakt zu treten und euch zu informieren. Das lohnt sich", so ihre Empfehlung an die Teilnehmerinnen der Veranstaltung.
"In Berufen wie dem des Gas- und Wasserinstallateurs gibt es noch eine klassische Rollenverteilung", sagte Reinhard Bartsch, Geschäftsführer der Stadtwerke Hamm, die als Gastgeber des ersten regionalen Stammtisches fungierten. Doch diese Rollen- und Aufgabenteilung existiere ebenfalls in den höheren Managementebenen. Sowohl die Kommunalwirtschaft als auch die Energiewirtschaft seien weiterhin von Männern geprägte Domänen. "Das muss sich ändern."
Erste Geschäftsführerin in Hamm
Eine Besetzung mit Symbolwirkung: Bei den Stadtwerken Hamm wird Mileva Meißner ab Januar 2026 Kaufmännische Geschäftsführerin. Sie ist damit die erste Frau an der Spitze des kommunalen Versorgers in seiner fast 170-jährigen Geschichte.
Obwohl das Ringen der Frauen um Gleichberechtigung bereits seit vielen Generationen aktiv ausgetragen wird, seien die Probleme und Vorurteile gefühlt immer noch die gleichen, sagte Cornelia Helm, Sprecherin der Stadtwerke Hamm, im Gespräch mit der ZfK. "Wir hören das auch von jungen Frauen, die alle berufstätig sind: Welche harten Kämpfe und Diskussionen sie zu Hause mit ihrem Partner führen müssen, wenn es um die Anzahl der Arbeitsstunden und um Fragen der Kinderbetreuung geht." Auch das Thema gleicher Lohn für gleiche Arbeit werde die Gesellschaft noch lange umtreiben, ist sich Helm sicher.
Die nächste digitale Session des Frauennetzwerks mit Chérine De Bruijn zum Thema "Mut zur Persönlichkeit als Sprungbrett für Deine Karriere" findet am 17. Juli 2025 von 8:30 bis 10:00 Uhr statt. Mehr Informationen finden Sie hier.
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