Darf ich mal durch? An den Pendlerbahnhöfen im Umland ist wieder mehr los.

Darf ich mal durch? An den Pendlerbahnhöfen im Umland ist wieder mehr los.

Bild: © pattilabelle/AdobeStock

Bereits 7,1 Millionen Pendelnde legten im Jahr 2022 mehr als 30 Kilometer zur Arbeit zurück. Ein Jahr zuvor waren es noch 6,6 Millionen. Über 50 Kilometer fuhren sogar 3,9 Millionen (2021: 3,6 Millionen).

Auch der durchschnittliche einfache Arbeitsweg verlängerte sich von 16,9 Kilometern im Jahr 2021 auf 17,2 Kilometer im Jahr 2022. Das zeigt eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Thomas Pütz, BBSR-Experte

20,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiteten im Jahr 2022 in einer anderen Gemeinde als sie wohnten – im Jahr 2021 waren es noch 19,6 Millionen. Der Anteil der Pendlerinnen und Pendler an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Wohnort in Deutschland blieb mit 60 Prozent dagegen stabil.

Kleinere Städte werden immer attraktiver als Wohnorte

Die Liste der kreisfreien Städte und Landkreise mit den längsten durchschnittlichen Pendeldistanzen führen die Landkreise Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern, 27,4 Kilometer) und Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt, 27,3 Kilometer) an. Es folgen die Landkreise Märkisch-Oderland (Brandenburg, 27,2 Kilometer), Landsberg am Lech (Bayern, 27,0 Kilometer) und Pfaffenhofen an der Ilm (Bayern, 26,4 Kilometer).

„Vor allem im weiteren Umland der Arbeitsmarktzentren München, Stuttgart, Frankfurt am Main und Hamburg beobachteten wir nach Jahren der Stagnation wieder einen Anstieg der Pendeldistanzen“, sagt BBSR-Experte Thomas Pütz. „Das deutet darauf hin, dass auch weiter entfernt liegende Klein- und Mittelstädte für Beschäftigte als Wohnorte zunehmend attraktiv werden – zumal Homeoffice und andere Formen der mobilen Arbeit mehr Flexibilität ermöglichen.“

Pendlerhochburgen bleiben München und Frankfurt

Unter den Großstädten haben München und Frankfurt am Main weiterhin die höchste Anziehungskraft für Arbeitskräfte aus dem Umland. Der Studie zufolge wohnten im Jahr 2022 von den in München Beschäftigten 444.000 außerhalb der Stadtgrenzen. Es folgen Frankfurt am Main (397.000), Berlin (382.000) und Hamburg (378.000). In der Pendlerhochburg München ist die Zahl der Pendelnden innerhalb von zehn Jahren sogar um mehr als 100.000 Beschäftigte gestiegen. Und für immer mehr Menschen wird es zum Alltag, mehr als 50 Kilometer zum Job zu pendeln. (bs)

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