Laden muss auch außerhalb von Einfamilienhaus-Siedlungen möglich sein.

Laden muss auch außerhalb von Einfamilienhaus-Siedlungen möglich sein.

Bild: © khmelev/Adobe Stock

Mit einem neuen Förderprogramm will das Bundesverkehrsministerium den Ausbau privater Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern beschleunigen. Insgesamt stellt das Ministerium unter Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) dafür 500 Millionen Euro bereit. Im Mittelpunkt steht dabei der große Bestand an Wohngebäuden. Lob dafür erhält Schnieder vom Verband der Automobilindustrie (VDA) und dessen Chefin Hildegard Müller.

Rund neun Millionen Stellplätze liegen in Deutschland außerhalb des öffentlichen Straßenraums, vielfach ohne geeignete Lademöglichkeiten. Für viele Menschen, die in Mehrparteienhäusern leben, bleibt das Laden zu Hause damit bislang schwierig. Das Programm soll Abhilfe schaffen und den Ausbau technisch wie finanziell erleichtern.

Größere Wohnungsunternehmen müssen in den Wettbewerb

Die Förderung richtet sich an drei Gruppen: Zum einen an Wohnungseigentümergemeinschaften, dann an kleine und mittlere Unternehmen sowie private Vermieter und schließlich an große Wohnungsbaugesellschaften und Immobilienunternehmen. Die Anträge können ab Mitte April eingereicht werden. Während kleinere Eigentümergruppen eine direkte Bewilligung nach Antragseingang erhalten, müssen große Unternehmen ein wettbewerbliches Verfahren durchlaufen. Die Fristen enden zwischen Oktober und November 2026.

Gefördert werden sowohl Wallboxen als auch die technische Infrastruktur im Gebäude. Dazu zählen etwa Netzanschlüsse oder notwendige bauliche Maßnahmen. Je nach Ausstattungsgrad reichen die Zuschüsse von 1300 Euro pro vorverkabeltem Stellplatz ohne Wallbox bis zu 2000 Euro für Ladepunkte, die bidirektionales Laden unterstützen. Eine wichtige Voraussetzung ist die Elektrifizierung von mindestens sechs Stellplätzen sowie die Vorverkabelung von mindestens 20 Prozent aller Stellplätze eines Gebäudes.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt das Programm ausdrücklich. VDA-Präsidentin Hildegard Müller sieht darin einen wichtigen Baustein für den Hochlauf der Elektromobilität. Der Erfolg des E‑Auto‑Marktes hänge maßgeblich davon ab, dass Menschen überall verlässlich laden können – gerade in Mehrparteienhäusern, wo die Ladesituation bislang besonders kritisch sei. Viele Haushalte verfügen über keinen eigenen Stellplatz oder seien durch strukturelle Hemmnisse wie unzureichende Netzanschlüsse, hohe Installationskosten oder komplexe Entscheidungsprozesse eingeschränkt, heißt es beim VDA. Das Programm setze genau an diesen Engpässen an, indem es Vorverkabelung und Hausanschlüsse stärkt und erstmals Zuschüsse für bidirektionales Laden vorsieht.

Zugleich mahnt der VDA weitere regulatorische Schritte an, denn mit den vorhandenen Mitteln könne nur ein Teil der nötigen Elektrifizierungen realisiert werden. Auch beim öffentlichen Laden sieht der Verband weiterhin große Defizite, die Politik und Energiewirtschaft zügig adressieren müssten.

Betreut wird das Programm von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur unter dem Dach der bundeseigenen NOW GmbH. Die Anträge laufen über ein digitales Portal, betrieben durch den Projektträger PricewaterhouseCoopers.

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