E-Ladesäulen: 108 werden davon in Zwickau entstehen und die die EnviaM auch betrieben.

E-Ladesäulen: 108 werden davon in Zwickau entstehen und die die EnviaM auch betrieben.

Bild: © EnviaM

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland nimmt weiter an Fahrt auf. 39.538 öffentliche Ladepunkte sind aktuell im Ladesäulenregister des BDEW gemeldet, jeder siebte davon ist ein DC-Schnelllader. Innerhalb von drei Monaten sind rund 3.800 neue Ladepunkte hingekommen, das ist trotz Corona ein Plus von 10 Prozent.

Noch dynamischer nimmt das private Laden zu. So wurden seit Beginn des Förderprogramms für private Wallboxen im November 2020 bereits Förderanträge für über 300.000 Wallboxen gestellt. Neun von zehn Ladevorgängen finden derzeit zu Hause oder am Arbeitsplatz statt.

Geschäftsmodelle für Unternehmen ermöglichen

"Wir begrüßen diese Entwicklung“, unterstrich BDEW-Chefin Kerstin Andreae bei einem Pressegespräch des Verbands am Mittwoch und unterstrich gleichzeitig die Notwendigkeit des weiteren Ausbau der öffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur.

"Wir brauchen für den Erfolg der Elektromobilität einen stabilen, kundenfreundlichen und verlässlichen Hochlauf der Ladeinfrastruktur. Für die Unternehmen, die diese aufbauen ist es wichtig, dass ein Geschäftsmodell dahinter liegt", betonte Andreae. 80 Prozent der Ladepunkte würden von Unternehmen der Energiewirtschaft bereitgestellt.

Höhere Auslastung der Ladesäulen für wirtschaftlichen Betrieb nötig

Doch derzeit gingen die Energieversorger mit entsprechenden Investitionen in öffentliche Ladeinfrastruktur meist noch in Vorleistung, ohne darin zu verdienen. So liege die derzeitige durchschnittliche Auslastung einer öffentlichen Ladesäule derzeit bei nur 0,5 Volllaststunden pro Tag. Um bei den heutigen Preisen einen wirtschaftlichen Betrieb zu erzielen, sei mindestens eine Auslastung von 1-2 Volllaststunden pro Tag nötig, sagte Jan Strobel, Abteilungsleiter Regulierung, Marktkommunikation und Mobilität beim BDEW.

Auch deshalb warnte Andreae davor, an fixen numerischen Zielvorgaben für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur festzuhalten. "Der Ausbaubedarf der Ladeinfrastruktur ist keine starre Zahl, sondern ein dynamisches System. Es ist mehr als fraglich, ob wir bis 2030 eine Million Ladepunkte brauchen", betonte sie.

Ausbauziel der Bundesregierung zu starr

Denn dieses Ziel der Bundesregierung berücksichtige weder die steigende Reichweite der E-Fahrzeuge, die höhere Ladeleistung oder den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur. Auch ein starrer Schlüssel von 1:10 Ladepunkten pro E-Fahrzeug, wie von der EU-Kommission empfohlen, greife zu kurz.

So fordert denn der BDEW in einem 10-Punkte-Plan, für einen schnellen und stabilen Ladeinfrastruktur-Ausbau realistische Ladeinfrastrukturziele zu setzen. Der weitere Ausbau müsse das Ladeverhalten und technische Neuerungen berücksichtigen. Dies solle sich an einem "Moving-Target"-Konzept orientieren, das die "Nationale Plattform Zukunft der Mobilität" (NPM) erarbeitet habe.

Zeitnahe Bereitstellung geeigneter Flächen wichtig

Weitere wichtige Punkte für den Ausbau der Ladeinfrastruktur sind aus Sicht des BDEW die zeitnahe Bereitstellung geeigneter Flächen und die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Auch gelte es, die Förderbürokratie zu vereinfachen und beim neuen Schnellladegesetz den Wettbewerb sicherzustellen. Zudem sei ein "ständiges Nachregulieren", besonders bei technischen Anforderungen, kontraproduktiv für Investitionen der Energiewirtschaft in die Ladeinfrastruktur, so Andreae.

Zudem plädiert der BDEW für ambitioniertere Vorgaben des Gebäude-Elektromobilitäts-Infrastruktur-Gesetzes (GEIG) für neue Ein- und Zweifamilienhäuser und Bestandsgebäude. Auch sollten Hürden für das Laden beim Arbeitgeber abgebaut werden und es sei ein verlässlicher Rahmen für die Netzplanung und intelligente Steuerung nötig sowie ein stärkerer Ausbau der erneuerbaren Energien. (hcn)

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