Von Jürgen Walk
Der Bundesverband "eMobilität" (BEM) hat beim Amtsgericht Charlottenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus bestellt. Über die Gründe hüllt sich der Verband in Schweigen. Eine Anfrage blieb bislang unbeantwortet. Auch auf den offiziellen Informationskanälen des Verbands gibt es keine Hinweise oder Erklärungen.
Der BEM wurde 2009 gegründet. Sein Ziel ist, die Transformation des Mobilitätssektors hin zu nachhaltigen, emissionsfreien Antriebstechnologien aktiv mitzugestalten. Der BEM versteht sich als Sprachrohr der Branche. Als Lobbyverband will er Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft vernetzen, um gesetzliche Hürden abzubauen und Fördermaßnahmen zu optimieren.
Streit um Strategie der Academy?
Der Verband zählt nach eigenen Angaben rund 450 Mitglieder, darunter 300 Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen der Wertschöpfungskette. Die Mitgliedsunternehmen haben nach BEM-Angaben ein Umsatzvolumen von mehr als 100 Milliarden Euro. Sie beschäftigen rund eine Million Mitarbeitende weltweit. Zu ihnen gehören Automobil- und Zweiradhersteller, Zulieferer, Autohäuser, eBike-Shops und Ladesäulenhersteller, IT- und Telekommunikationsunternehmen, Handelsunternehmen, Agenturen, Anwaltskanzleien, Unternehmensberatungen, Versicherungen, Messegesellschaften, Energieversorger, Stadtwerke und Verbände befreundeter Branchen..
Mit seiner Tochter BEM Academy organisiert der Verband Konferenzen, Messen und Informationsveranstaltungen, um die Elektromobilität einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Presseberichten zufolge war aber gerade diese Sparte Anlass für massive strategische Verwerfungen zwischen dem früheren Gründungspräsidenten Kurt Sigl einerseits und den übrigen Vorständen Christian Heep und Markus Emmert andererseits. Vor gut einem Jahr trennte sich der Verband dann von Sigl.



