Heilbronn will das öffentlich zugängliche Ladenetz ausbauen.

Heilbronn will das öffentlich zugängliche Ladenetz ausbauen.

Bild: © Bluedesign/Adobe Stock

Von Jürgen Walk

Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos ist 2024 in Deutschland deutlich zurückgegangen. Aber liegt das wirklich nur am abrupt beendeten Umweltbonus? In ihrem Monitoring-Bericht hat die Deutsche Energieagentur Dena genauer geschaut: nach Käufern, Fahrzeugklassen und -typen, regionaler Herkunft oder Herstellern. Und dabei hat die Dena festgestellt, dass trotz aller Forderungen nach günstigeren Elektroautos der Trend zu teuren und großen Fahrzeugen anhält.

Der Rückgang bei den Neuzulassungen batterieelektrischer Autos um 27 Prozent ist laut Studie hauptsächlich auf die Kaufzurückhaltung der privaten Verbraucherinnen und Verbraucher zurückzuführen. Privatkunden hatten 2024 laut Dena im Vergleich zum Vorjahr 39 Prozent weniger BEV nachgefragt. Die Zahl der Neuzulassungen von BEV durch gewerbliche Halterinnen und Halter hat sich "nur" um 19 Prozent verringert.

SUV und Oberklasse sind Treiber bei E-Autos

Während Privatpersonen durch den Wegfall des Umweltbonus ein zentrales Anreizinstrument für den Kauf neuer batterieelektrischer Pkw verloren haben, blieben die Rahmenbedingungen für gewerbliche Kunden weitgehend unverändert. Zur Verunsicherung bei Privatleuten habe neben dem Umweltbonus-Aus auch die allgemeine Krisenstimmung sowie die Debatte über das "Verbrenner-Aus" beigetragen.

Dabei zeigt sich weiter ein Trend zu größeren und hochpreisigen Elektroautos. Batterieantrieb setzt sich vor allem bei Autos der oberen Mittelklasse, der Oberklasse und bei den SUV durch. In diesen Klassen wird jedes vierte Auto als Elektrofahrzeug verkauft – in der Kompaktklasse sind es nur 11 Prozent.

Tesla mit dickem Minus

Die Top-Hersteller bei Elektroautos waren wie auch im Vorjahr Volkswagen, BMW, Tesla und Mercedes. Škoda holte massiv auf und löste Audi unter den Top 5-Herstellern mit den meisten BEV-Neuzulassungen ab. Bergab ging es dagegen mit Tesla. Auch wenn das Model Y an der Spitze der neu zugelassenen BEV-Modelle bleibt, stürzte die Zahl der Neuzulassungen von Tesla in Deutschland insgesamt um 41 Prozent ab.

Baden-Württemberg, Berlin und Schleswig-Holstein weisen mit jeweils 16 Prozent den höchsten Anteil an batterieelektrischen Neuzulassungen auf. Im Bestand haben Hamburg (4,8 Prozent) und Hessen (4,3 Prozent) die höchsten Anteile von BEV, knapp gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern.

Ganz anders zeigen sich die Zahlen beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Insbesondere die Zahl der Schnellladepunkte ist 2024 stark angestiegen, nämlich um 39 Prozent. Etwa jeder vierte Ladepunkt ist ein Schnelllader über 22 kW. Die gesamte Ladeleistung ist 2024 um 23 Prozent gestiegen.

Würde sich der Marktanteil von Elektroautos in dem Tempo der vergangenen Jahre weiterentwickeln, würde die Bundesregierung ihr Ziel von 15 Millionen vollelektrischen Autos für 2030 weit verfehlen. In diesem Falle wären laut Dena stattdessen nur vier bis fünf Millionen Batteriestromer auf den Straßen unterwegs.

Doch von Pessimismus ist die Dena weit entfernt. Vielversprechend klingen die Ankündigungen einiger Hersteller, preisgünstigere BEV-Modelle auf den Markt bringen zu wollen, heißt es in der Studie. Zuversichtlich stimmten auch Nachrichten über technische Fortschritte bei der Batterieentwicklung. Darüber hinaus werde die Verschärfung der EU-Flottengrenzwerte die Autohersteller zunehmend unter Druck setzen, ihre Bemühungen um den Absatz CO2-armer Fahrzeuge zu intensivieren, um Strafzahlungen zu vermeiden.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper