Das flämische Personenbeförderungsunternehmen  De Lijn bestellte nun 70 VDL Hybridgelenkbusse Low Floor Citea. Bis 2025 
möchte das öffentliche Unternehmen in allen Zentrumstädten der belgischen Region elektrisch unterwegs sein.

Das flämische Personenbeförderungsunternehmen De Lijn bestellte nun 70 VDL Hybridgelenkbusse Low Floor Citea. Bis 2025 möchte das öffentliche Unternehmen in allen Zentrumstädten der belgischen Region elektrisch unterwegs sein.

Bild: © VDL

"Wir sind auf einem guten Weg", doch es gelte auch noch Probleme zu lösen, betonte Ingo Wortmann, Präsident des Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bei der Eröffnung der 12. VDV Elektrobuskonferenz am Dienstag.

Um 158 Prozent legten die E-Busse in 2020 in Deutschland gegenüber dem Vorjahr zu. Rund 1.000 E-Busse sind mittlerweile im Einsatz, davon rund 100 mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenbusse, berichtete Staatssekretärin Tamara Zieschang vom Bundesverkehrsministerium (BMVI). Für Beschaffung rund 5.000 E-Busse gibt es derzeit öffentliche Planungen.

Doch geht es beim Markthochlauf der E-Busse, nicht nur um geeignete Fahrzeuge und die Wahl der emissionsfreien Antriebsart, sondern auch um Tank- und Ladekonzepte, Depotgestaltung, Abstellungen, IT-Systeme zur Disposition unter Berücksichtigung der Reichweite sowie die Schulung bzw. Umschulung des Personals, unterstrich Wortmann.

Fahrgasteinbruch beim ÖPNV und verschärfte Vorgaben der CVD

Dazu kommen die Herausforderungen eines massiven Einbruchs der Fahrgastzahlen beim ÖPNV durch die Corona-Pandemie sowie ein erheblicher Investitionsbedarf, wie auch der Cem Özdemir (Grüne), Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur, betonte.

Als Chance und gleichzeitig Herausforderung sieht der VDV die Clean Vehicles Directive (CVD) der EU, die ab 2. August greift. Bis Ende 2025 müssen mindestens 45 Prozent der neu beschafften Busse "sauber" sein, mindestens die Hälfte davon "emissionsfrei".

Özdemir offen für Verrechenbarkeit der CVD-Quoten

Doch um diese Transformation zu schaffen drängt der VDV nun unter anderem auf ein baldiges Inkrafttreten der neuen Bundesförderprogramms für E-Busse unter Federführung des BMVI, das noch von der EU notifiziert werden muss. 80 Prozent der Mehrkosten für E-Busse können demnach übernommen und Ladeinfrastruktur separat gefördert werden, das Volumen der technologieoffenen Förderung bis 2024 liege bei 1,255 Mrd. Euro, so Zieschang. "Wir gehen davon aus, dass wir zu Beginn des zweiten Quartls eine positive Rückmeldung aus Brüssel bekommen und wollen dann gleich starten", sagte die Staatssekretärin.

Eine weitere Baustelle ist aus Sicht des VDV die Festlegung einer nationalen Quote sowie deren Verrechenbarkeit bei der Umsetzung der CVD. Zumindest für zweiteres zeigte sich Özdemir offen. "Wir Grüne sind im parlamentarischen Verfahren offen für Vorschläge, in denen eine Übererfüllung bei einer Beschaffung zumindest teilweise genutzt werden kann, um geringe Quoten bei anderen Beschaffungen auszugleichen“" so Özdemir.

Technologieoffenheit und Effizienzaspekte

Zudem begrüßte Özdemir den technologieoffenen Einsatz des neuen Förderprogramms und verwies hierbei auch auf Beispiele einer lokalen Wasserstofferzeugung für mit Brennstoffzellen betriebene Busse wie in Wuppertal. Skeptisch gegenüber der Verwendung von Wasserstoff im Verkehrssektor äußerte sich allerdings Manfred Schrödl, Vorstand des Instituts für Energiesysteme und Elektrische Antriebe der TU Wien. Ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug brauche aufgrund der Effizientverluste bei der Elektrolyse sowie im Motor zwei bis dreimal mehr  -  erneuerbaren -  Strom als ein Fahrzeug mit einem batterieelektrischen Antrieb. (hcn)

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