In Berlin wollen städtische Unternehmen Lösungsansätze für ein unternehmensübergreifendes Fahrzeug- und Ladeinfrastruktur-Sharing untersuchen. Für das Projekt "Smart eFleets" haben sich BVG, BSR und Berliner Wasserbetriebe Expertise beispielsweise vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geholt.
Über den Thinktank "Infralab Berlin" sind auch Stromnetz Berlin und Vattenfall Wärme Berlin beteiligt – alle Unternehmen sind ohnehin schon recht aktiv beim Thema Elektromobilität und bringen zusammen schon jetzt mehr als 300 Elektrofahrzeuge auf die Straße. Ein weiterer deutlicher Anstieg ist geplant. Auch Carano, ein Hersteller von Software für Flottenmanagement, ist an Bord, ebenso wie der Softwarehersteller In-integrierte Informationssysteme GmbH. Finanziell gefördert wird "Smart eFleets" vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Die Spitzen glätten
Die Flotten der beteiligten Unternehmen haben unterschiedliche Nutzungsmuster der Fahrzeuge, abhängig etwa von Tageszeit oder Saison. Routine-Fahrten können mit einem gewissen Grundstock an Fahrzeugen abgedeckt werden; dennoch werden in praktisch allen Fuhrparks zusätzliche Fahrzeuge für Spitzenzeiten sowie kritische Einsätze vorgehalten. Eines der Ziele des Projekts ist, Kapitalkosten sowohl für die E-Fahrzeuge als auch für die Ladeinfrastruktur bei den öffentlichen Unternehmen zu senken, wenn ein gemeinsames Pooling-Konzept die Spitzenlasten der beteiligten Unternehmen kosteneffizient abdeckt und die bereits bestehende Ladeinfrastruktur geteilt wird.
Die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Ramona Pop, unterstützt das Projekt: Mit "Smart eFleets" zeigten Berliner Ver- und Entsorgungsunternehmen in Kooperation, wie moderner und emissionsfreier Verkehr geht, sagt Pop. Dank eines intelligenten Energiemanagements sowie der Vernetzung von Fahrzeugflotten und Ladeinfrastruktur lasse sich klimaschonende Elektromobilität noch effizienter nutzen.
Die Auslastung soll erhöht werden
"Der Betrieb von E-Fahrzeugen in Flotten ist ein wichtiger Hebel für den Markthochlauf der batterieelektrischen Mobilität", so Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Im Projekt würden wichtige Aspekte für die Skalierung der Nutzung von Elektrofahrzeugen in Flotten adressiert, so Bilger. Durch den unternehmensübergreifenden Einsatz von E-Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur werde die Auslastung erhöht und so werden ökonomische und ökologische Vorteile realisiert. "Die Berliner Ver- und Entsorger zeigen, dass durch das intelligente Fahrzeug- und Ladeinfrastruktur-Sharing alle profitieren können."
Derzeit wird eine App entwickelt, mit der die Beschäftigten der beteiligten Unternehmen die Sharing-Angebote jederzeit mobil und unternehmensübergreifend buchen können. Technologisch sorgt ein Energie-Management-System dafür, dass sich Lastspitzen nicht weiter erhöhen, sondern dank der E-Mobilität reduzieren. Bis 2022 soll das Projekt umgesetzt werden. (wa)



