Die Zahl alternativ angetriebener Autos wächst weiter deutlich.

Die Zahl alternativ angetriebener Autos wächst weiter deutlich.

Bild: © Herr Loeffler/Adobe Stock

Die alte Elektroauto-Welt sieht so aus: Fahrer oder Fahrerinnen kommen von der Arbeit nach Hause und stecken ihr E-Fahrzeug an die "dumme" Wallbox. Das Auto lädt genau dann, wenn Strom am frühen Abend knapp und teuer ist. Mit intelligenten Ladesystemen und dynamischen Tarifen soll alles besser werden – zum Nutzen der Verbraucher und des Stromsystems. Eine Studie des Beratungsunternehmens Neon im Auftrag des Stromanbieters Rabot beziffert die Potenziale und nennt die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen.

Allein mit den bereits heute möglichen dynamischen Tarifen auf Großhandelsbasis lasse sich die Stromrechnung durchschnittlicher Autonutzer um fast die Hälfte reduzieren. Stromtarife mit noch weiteren zeitvariablen Preiskomponenten, etwa den ab 1. April anzubietenden dynamischen Netzentgelten, ermöglichen laut Studie das Senken der Stromrechnung um 84 Prozent. Unberücksichtigt bleiben in dieser Rechnung aber die Grundpreise – die müssten von den Verbrauchern auch ohne Elektroauto gezahlt werden.

Vieles ist bereits jetzt möglich

Basis der Untersuchung ist das Verbrauchsprofil einer Berufspendlerin, die einen VW ID 3 Pure fährt. Die Fahrleistung liegt mit rund 10.500 Kilometern knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt. 72 Prozent der Energie werden über eine private Wallbox geladen. Bei ungesteuertem Laden beläuft sich die Stromrechnung der knapp 1600 kWh auf 475 Euro pro Jahr.

Bereits eine Weitergabe von Day-Ahead-Preisen ermögliche Einsparungen von 33 Prozent, wenn das Laden in die Nacht oder auf die Nachmittage der Wochenenden verschoben wird. Eine Optimierung anhand von Intraday-Preisen generiert laut Studie bereits Erlöse am Strommarkt und senke damit die Stromrechnung weiter auf rund die Hälfte. Mit den ab April anzubietenden zeitvariablen Netzentgelten können auch die Netzentgeltkosten reduziert werden. Intelligentes Laden erlaube dann bereits im bestehenden Rechtsrahmen Einsparungen von 68 Prozent.

Bidirektionales Laden erhöht das Potenzial weiter

Zudem sollen künftig auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Rückspeisung von Strom ins Netz, das bidirektionale Laden, vergütet werden kann. Dabei können Erlöse in Höhe des Großhandelspreises erzielt werden. Weitere Potenziale könnten schließlich entstehen, wenn auch fixe Preisbestandteile wie Steuern flexibilisiert würden.

Doch die Studie schränkt auch ein: Die Einsparpotenziale lassen sich nicht unmittelbar vollständig für Haushalte realisieren. Denn bei der Optimierung des Ladeverhaltens entstehen zusätzliche Kosten. So verlangen Hersteller von Versorgern eine Gebühr für die Steuerung des Ladevorgangs. Die Versorger wiederum behalten einen Teil als Marge für die Optimierung ein. Weitere Kosten entstehen für die Hardware wie intelligente Messsysteme oder als Kosten für bidirektionales Laden. (wa)

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