Elektroautos werden bei den deutschen Verbrauchern und Verbraucherinnen immer beliebter. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte. War noch im vergangenen Jahr die Zahl der Befragten, die als nächsten PKW ein Elektroauto wählen würden, zurückgegangen, so stieg sie bei der aktuellen Befragung deutlich.
Rund 40 Prozent würden bei ihrem nächsten Autokauf ein Hybridfahrzeug wählen. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 26 Prozent. Der Anteil derjenigen, die ein reines Elektroauto bevorzugen würden, steigt von sechs Prozent vor einem Jahr auf jetzt 15 Prozent.
Treibstoffkosten sind ein wichtiger Faktor
Allerdings: Rund 41 Prozent würden ihre Entscheidung, ein Elektrofahrzeug zu kaufen, überdenken, wenn der Preis fürs Laden ähnlich hoch läge wie der für fossile Brennstoffe. Niedrigere Treibstoffkosten sind laut Deloitte eines der zentralen Argumente für den Kauf eines Elektroautos. Sie wurden bei der Befragung als zweitwichtigster Faktor genannt.
Noch häufiger gaben die Befragten die Sorge um das Klima als Grund für den Elektroautokauf an (61 Prozent). Zudem spielt auch das Thema Förderung eine Rolle. 46 Prozent der Studienteilnehmer motiviert der staatliche Zuschuss, ein elektrifiziertes Fahrzeug zu wählen.
44 Prozent der Befragten in Deutschland würden für alternative Antriebe draufzahlen. 31 Prozent wären bereit, 400 bis 2000 Euro mehr auszugeben, 13 Prozent sogar über 2000 Euro. Bei anderen Technologien wie autonomem Fahren und Konnektivität fällt die Spendierfreude der Befragten deutlich geringer aus.
616 Kilometer sollten es schon sein
Ein maßgebliches Kriterium für die Akzeptanz der Elektromobilität ist die Reichweite. Die Befragten erwarten, mit einem vollgeladenen Stromer ohne Unterbrechung von München nach Düsseldorf fahren zu können. 616 Kilometer Reichweite ist laut Deloitte die kritische Zielmarke, die ein reines Elektroauto haben müsste, damit sich viele Befragte für den Kauf entscheiden würden.
Nach der größten Sorge bezüglich der Elektromobilität gefragt, nennt rund ein Viertel die Reichweite. Gefolgt wird sie von der Ladeinfrastruktur (14 Prozent) und den höheren Anschaffungskosten (zwölf Prozent). 70 Prozent der Befragten erwarten, ihr Auto am häufigsten daheim aufladen zu können. 17 Prozent würden an öffentlichen Ladestationen und zwölf Prozent bei der Arbeit laden.
Die Global Automotive Consumer Study ist eine Umfrage, die Deloitte seit 2010 regelmäßig durchführt. Im Herbst 2021 hat Deloitte mehr als 26.000 Verbraucher aus 25 Ländern zu Themen und Trends in der Automobilindustrie befragt. In Deutschland nahmen über 1500 Menschen über 18 Jahre an der Befragung teil. (wa)



