Die EU will, dass Ladesäulen mit Kartenlesegeräten ausgestattet werden.

Die EU will, dass Ladesäulen mit Kartenlesegeräten ausgestattet werden.

Bild: © zinkevych/Adobe Stock

Von Jürgen Walk

Zu den durchaus umstrittenen Regelungen der europäischen Afir-Verordnung für alternative Kraftstoffe gehörte die Pflicht, dass Ladesäulenbetreiber seit vergangenem Jahr bei neuen Säulen Kartenlesegeräte einbauen müssen. Aber nutzen die Autofahrenden überhaupt Giro- oder Kreditkarten? Eine Studie des Marktforschungsunternehmens U-Scale zeigt deutlich: Ja, Kartenzahlung ist beliebt. Aber sie ist wohl nicht das Ende der Lade-App oder des Ladevertrags.

Die Stuttgarter Marktforscher haben sich die sechs wichtigen europäischen Märkte Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande angeschaut. In diesen Ländern nutzen 46 Prozent der BEV-Fahrer häufig oder immer die Kredit-, Debit- oder Girokarte an öffentlichen Ladesäulen. Etwas weniger, nämlich 39 Prozent, zahlen an der Ladesäule häufig oder immer ad hoc mit dem Smartphone.

In Deutschland hat die App sogar zugelegt

Ist das der Anfang vom Ende der Ladekarten, Lade-Apps und RFID-Chips, also den Systemen, die für das vertragsgebundene Laden stehen? Dem widersprechen die U-Scale-Marktforscher vehement. Denn die beliebteste Zahlmethode ist weiterhin die Lade-App: 65 Prozent der befragten E-Auto-Fahrer nutzen sie häufig oder immer. In Deutschland habe die Lade-App sogar innerhalb eines Jahres um 16 Prozent zugelegt. Auf Platz 2 folgt Plug&Charge mit 50 Prozent, auf Platz 3 die Ladekarte mit 46 Prozent, gleichauf mit der Ad-hoc-Kartenzahlung.

Fazit der Studie: Die vertragsgebundenen Bezahlmethoden mit Ladekarte, Lade-App sowie Plug&Charge liegen weiterhin vorne. Aber die offenen Ad-hoc-Bezahlmethoden holen auf und folgen bereits in geringem Abstand.

Es gibt aber deutliche Unterschiede in den Ländern. Kunden in Spanien und Italien zahlen am liebsten mit Kreditkarten. In Großbritannien hat Plug&Charge die Nase vorn, während die Bedeutung von Plug&Charge in Deutschland etwas abgenommen hat. Die Niederländer nutzen gern und oft die Ladekarte.

Befragt nach dem wichtigsten Grund für die Wahl, nennen die meisten Befragten den Komfort, wobei die Befragten Komfort offenbar unterschiedlich interpretieren. Wer oft aber ad hoc lädt, nennt meist die Unabhängigkeit von bestimmten Anbietern als wichtigsten Nutzungsgrund.  

"Noch ist völlig unklar, ob sich eine Bezahlmethode durchsetzen kann und welche das sein wird", kommentiert U-Scale-Chef Axel Sprenger. Neben kulturellen Aspekten werden die technische Performance und preisliche Unterschiede zwischen den Angeboten entscheiden.

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