Thüringen setzt bei der Förderung von Ladesäulen in diesem Jahr den Schwerpunkt auf ländliche Regionen.

Thüringen setzt bei der Förderung von Ladesäulen in diesem Jahr den Schwerpunkt auf ländliche Regionen.

Bild: © Tanja Esser/Adobe Stock

Wer als E-Autofahrer einen Ladevertrag hat, aber bei einem anderen Anbieter öffentlich laden will, muss oft tief in die Tasche greifen. Denn dabei werden Roaminggebühren fällig. Diese Gebühren sind nicht reguliert und variieren deutlich. Die Marktforscher von Uscale aus Stuttgart haben festgestellt, dass Kunden deswegen immer öfter ihren Anbieter wechseln.

Die Lade-Services-Studie 2024 von Uscale ergibt, dass Elektroauto-Fahrende durchschnittlich 3,5 Ladekarten, -apps oder -verträge nutzen. Deren Zahl hatte jahrelang abgenommen, nun steigt sie wieder an. Wer also zu günstigeren Preisen im gesamten öffentlichen Ladenetz laden möchte, muss wieder Verträge mit mehreren Anbietern abschließen, beklagt Uscale.

Schlechte Karten für reine Zugangsanbieter

Doch eines hat sich verändert: Früher entschieden sich die Kunden für Anbieter, die ein möglichst großes Netzwerk mit Zugang zu mehreren 100.000 Ladepunkten in Europa zum Einheitspreis ermöglichten. Inzwischen aber wählen sie häufiger Anbieter mit einem möglichst großen eigenen Ladenetz. Das finden sie bei den sogenannten Charge Point Operatoren (CPOs). Zu den Großen gehören EnBW (21 Prozent Marktanteil), ARAL pulse (10 Prozent) oder Ionity (9 Prozent). Auch das Supercharger-Netz von Tesla spielt in der ersten Liga: Unter Tesla-Kunden hat es einen Marktanteil von 76 Prozent, unter den Nicht-Tesla-Kunden sind es immerhin 5 Prozent.

Unter Druck geraden dadurch die Lade-Service-Anbieter, die sogenannten eMobility Service Provider (eMSPs). Diese bieten nur Zugang, aber kein eigenes Ladenetz an und verdienen ihr Geld durch die Roaminggebühren. Zu dieser Gruppe gehören neben reinen Roaminganbietern wie Chargemap oder Plugsurfing fast alle Automobilhersteller. Deren Marktanteil ist im letzten Jahr deutlich zurückgegangen.

Viele Kunden kommen über Kooperationen

Die zweite Ursache für den Schwenk der Nutzer hin zu CPO-Anbietern liegt in Kooperationen. So hat ARAL pulse die Hälfte seiner Kunden durch eine Kooperation mit dem ADAC gewonnen.

Der dritte Grund liegt in den neuen Nutzergruppen, die jetzt auf ein E-Auto umsteigen. Während die EV-Fahrenden der ersten Generation mehrere, auch kleine Anbieter mit spezifischen Vorteilen nutzen, neigt die nächste Generation häufiger zur Wahl von bekannten Anbietern mit großem Versorgungsnetz. (wa)

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