(V.l.) Britta Oehlrich, Geschäftsführerin "vhh.mobility", Staatsrat Martin Bill, EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer, HGV-Geschäftsführer Oliver Jensen, Finanzsenator Andreas Dressel und Gabriele Eggers, kaufmännische Geschäftsführerin Hamburger Energienetze.

(V.l.) Britta Oehlrich, Geschäftsführerin "vhh.mobility", Staatsrat Martin Bill, EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer, HGV-Geschäftsführer Oliver Jensen, Finanzsenator Andreas Dressel und Gabriele Eggers, kaufmännische Geschäftsführerin Hamburger Energienetze.

Bild: © Hamburger Energienetze

In Hamburg stehen milliardenschwere Investitionen in die Elektromobilität an. Der Großteil des jetzt von der Europäischen Investitionsbank (EIB) bereitgestellten Geldes soll dabei in das Stromnetz fließen. Zeitgleich hat das Bundesverkehrsministerium eine neue Förderung für E-Busse aufgelegt. Mindestens 1500 neue Fahrzeugen sollen damit neu auf die Straße kommen.

Eine hohe Hürde bei der Verkehrswende im öffentlichen Nahverkehr bilden die Mehrkosten für alternativ betriebene Busse. Ein Elektrobus kostet grob die Hälfte bis zu das Doppelte mehr als ein vergleichbarer Dieselbusses – je nach Modell, Hersteller und Ausstattung. Dazu kommt der Bedarf an Ladeinfrastruktur und leistungsfähigen Stromnetzen.

Nicht nur grünere, sondern auch mehr Busse

Die EIB stellt nun zwei Hamburger Unternehmen umfangreiche Darlehen zur Verfügung. Während die Hamburger Energienetze bis zu eine Milliarde Euro für den Ausbau und die Modernisierung des Stromverteilnetzes erhalten, bekommen die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein ("vhh.mobility") 125 Millionen Euro für neue Elektrobusse und den Ausbau der Betriebsinfrastruktur.

Dabei sollen nicht nur Dieselbusse durch klimafreundlichere E-Busse ersetzt werden. Geplant sei, bis zu 188 zusätzliche Elektrobusse anzuschaffen – darunter Standard-, Gelenk- und Kleinbusse, teilten die Unternehmen mit. Parallel dazu soll der Betriebshof in Schenefeld erweitert und mit zusätzlicher Ladeinfrastruktur ausgestattet werden.

Fast 3 Milliarden Euro fließen ins Netz

Gleichzeitig investieren die Hamburger Energienetze bis 2029 insgesamt rund 2,9 Milliarden Euro in das Stromnetz. Geplant sind unter anderem rund 1500 Kilometer neue oder modernisierte Leitungen, neue Umspannwerke und zusätzliche digitale Steuerungstechnik.

Auch die Bunderegierung will die Elektrifizierung des Busverkehrs weiter beschleunigen und hat einen neue Förderrunde für klimafreundliche Busse und die dazugehörige Infrastruktur aufgelegt. Mit den im Haushalt 2026 vorgesehenen Mitteln sollen mindestens weitere 1500 Elektrobusse unterstützt werden, teilte das Bundesverkehrsministerium mit.

Neu: Hilfen für Verkehrsbetriebe im Übergang

Das heißt, es dürften ungefähr mehr als 400 Millionen Euro zur Verfügung stehen, gemessen am bisherigen Fördervolumen. Bisher hat der Bund mehr als 5300 klimafreundliche Busse mit rund 1,5 Milliarden Euro gefördert. Förderfähig sind demnach Batterie- und Brennstoffzellenbusse, Lade- und Tankinfrastruktur sowie die Umrüstung bestehender Fahrzeuge.

Neu ist zudem ein sogenanntes Skalierungsprogramm. Es richtet sich gezielt an Verkehrsunternehmen, die bereits größere Teile ihrer Flotten elektrifiziert haben und den nächsten Ausbauschritt planen. Die Förderung soll damit nicht mehr nur einzelne Pilotprojekte anschieben, sondern den Übergang in den großflächigen Regelbetrieb unterstützen.

Druck auf Netze wächst

Damit wird auch klar: Die nächste große Herausforderung werden die Stromnetze sein. Denn nicht nur mit der Elektrifizierung des ÖPNV, sondern auch mit Wärmepumpen, Ladepunkten für Pkw und zusätzlichen industriellen Strombedarfen wächst der Druck auf die Netze. Sie müssen mit dieser Entwicklung Schritt halten, sei es durch Ausbau, Verstärkung oder mit digitalen Lösungen.

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