Ob Haushalte etwa in private Ladestationen für Elektrofahrzeuge investieren, hängt von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Die Corona-Krise bereitet nun einigen Haushalten Sorgen.

Ob Haushalte etwa in private Ladestationen für Elektrofahrzeuge investieren, hängt von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Die Corona-Krise bereitet nun einigen Haushalten Sorgen.

Bild: © Herr Loeffler/stock.adobe.com

Elektroautos können ein wichtiger Faktor sein, um die Klimaziele zu erreichen. Studien für Elektromobilität zeigen schon mit dem normalen deutschen Strommix eine hohe Einsparung an Treibhausgasemissionen. Besteht der beim Ladevorgang verwendete Strom aber komplett aus erneuerbaren Quellen, reduziert sich der CO2-Fußabdruck gegenüber konventionellen Fahrzeugen deutlich.

Daher hat ein Autorenteam des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) und der ESA² GmbH 867 Nutzer von Elektrofahrzeugen in Deutschland befragt. Die Forschenden wollten wissen, welche Ladeorte bevorzugt werden und ob die Fahrer beim Laden auf Ökostrom zurückgreifen.

Massiver Unterschied zu Normalhaushalten

Die Ergebnisse zeigen, dass 59 Prozent der Befragten in Deutschland ihre Elektrofahrzeuge bevorzugt zu Hause laden. Das liegt leicht unter dem EU-Durchschnitt von 64 Prozent. Von den Elektrofahrzeug-Nutzern besitzen 84 Prozent einen Ökostromvertrag. Das notiert zum einen deutlich über dem Durchschnitt von 63 Prozent für Elektroauto-Fahrer in der EU. Zum anderen liegt der Wert noch sehr viel weiter über dem Durchschnitt der deutschen Haushalte, von denen 2020 nur 30 Prozent einen solchen Vertrag besaßen.

Gründe für den hohen Anteil sind einerseits ein geäußertes hohes Umweltbewusstsein. Andererseits wird auch die staatliche Förderung von Wallboxen genannt, die 2021 an den Abschluss eines Ökostromvertrags geknüpft war.

Auch Flotten fahren meist mit Ökostrom

Aber auch das Laden am Arbeitsplatz, das auf 14 Prozent (EU: 18 Prozent) der Ladevorgänge zutrifft, ist ähnlich häufig an Ökostromverträge geknüpft.  Laut Aussage der Flottenmanager laden in Deutschland  81 Prozent Ökostrom am Arbeitsplatz. EU-weit liegt der Wert bei 60 Prozent.

Dies gilt schließlich ebenfalls für öffentliche Ladepunkte: So liegt der vertraglich vereinbarte Ökostromanteil an öffentlichen Normalladestationen in Deutschland bei mindestens 85 Prozent (EU: 62 Prozent). Bei öffentlichen Schnellladestationen beträgt der Anteil mindestens 75 Prozent. (EU: 57 Prozent). Der Anteil von Ökostromverträgen fällt damit an allen drei Ladeorten in Deutschland sehr hoch aus.

Laden an der eigenen PV-Anlage

Martin Wietschel vom Fraunhofer ISI weist zudem darauf hin, dass die Nutzer von Elektrofahrzeugen zusätzlich zu Ökostromverträgen häufig eine eigene Photovoltaikanlage mit Stromspeicher nutzen. Unter den Befragten gab fast die Hälfte an, auch eine PV-Anlage zu besitzen. (wa)

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