Von Daniel Zugehör
Sechs führende europäische Betreiber von Wasserstofftankstellen haben sich zur "H2 Infrastructure Alliance" (H2IA) zusammengeschlossen. Gemeinsam möchten sie die Wasserstoffmobilität in Europa voranbringen.
Schon kurz nach ihrer Gründung appelliert die neue Allianz an die Automobilindustrie, mehr Modelle mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt zu bringen. Der Infrastrukturausbau und die Fahrzeugentwicklung sollen enger als bisher miteinander verzahnt werden.
Zur H2IA gehören die Wasserstoff-Tankstellenbetreiber Hydri aus Schweden, Teal Mobility und "HYmpulsion" (beide Frankreich), Fountain Fuel (Niederlande), Virya Energy (Belgien) sowie H2 Mobility (Deutschland).
Das Ziel: Ein europäisches Netz
Um das sogenannte Henne-Ei-Problem zu lösen und eine nächste Phase der Wasserstoffmobilität einzuleiten, wollen die Unternehmen in Vorleistung gehen und weitere Tankstellen bauen. Ziel sei eine europaweit vernetzte Infrastruktur.
Hersteller sollen dadurch ermutigt werden, Fahrzeugentwicklung und -produktion hochzufahren. Umgekehrt könne ein steigender Absatz die Kosten für Fahrzeuge und Kraftstoff senken. Treiber der Entwicklung sei insbesondere der Schwerlastverkehr. 70 Prozent der Wasserstoffnachfrage in Deutschland entfalle auf Busse und Lkw.
Keine Konkurrenz zu E-Mobilität
Vor allem in Regionen mit begrenzter Netzkapazität könne Wasserstoff eine wichtige Rolle im Fern- und Schwerlastverkehr spielen. Insofern würden sich H2- und batterieelektrische Mobilität ergänzen und nicht konkurrieren, betont die H2IA.
Aktuell betreiben die Unternehmen nach eigenen Angaben insgesamt 92 H2-Tankstellen, weitere 39 seien bis 2028 geplant. Diese sollen künftig mehr als 1800 Lkw pro Tag versorgen können. Gespräche mit führenden Fahrzeugherstellern liefen bereits.
Der BMW-Konzern hat erst kürzlich einen Förderbescheid über rund 273 Millionen Euro vom Bund und dem Land Bayern für sein Projekt "HyPowerDrive" erhalten. Im Rahmen des Projekts entwickelt der Konzern einen Brennstoffzellen-Elektroantriebsstrang.



