Die Diskussionen um wirksame Klimaschutzmaßnahmen machen auch vor der Luftfahrt keinen Halt. Die Global Alliance Powerfuels – ein branchenübergreifender Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden – hat die Mitgliedsstaaten der Zivilluftfahrtorganisation der Vereinten Nationen (ICAQ) aufgerufen, strombasierte, erneuerbare Kraftstoffe stärker in den Fokus ihrer Nachhaltigkeitsbestrebungen zu rücken.
Vorgeschlagen wird eine weltweite Quote zur Beimischung von erneuerbaren E-Fuels in Höhe von mindestens zwei Prozent. Auch wenn das Potenzial zur CO2-Reduzierung vom jeweiligen Strommix abhängt, könnte nach konservativen Rechnungen der Alliance etwa 75 Prozent im Vergleich zu Kerosin eingespart werden. Konkret bedeutet das: Bei einer Beimischung von zwei Prozent könnten rund 14 Mio. Tonnen pro Jahr an Emissionen vermieden werden. Würden zehn Prozent beigemischt werden, käme man bereits auf eine Einsparung von 68 Mio. Tonnen CO2.
Geringfügige Verbraucherbelastung
Noch steht die E-Fuel-Produktion allerdings am Anfang, wenn auch in Holland, Norwegen und Deutschland bereits am Aufbau von Produktionsstätten für den Luftverkehr gearbeitet wird. Die Literpreise für eine Beimischung könnten laut dem Unternehmens-Bündnis bis 2050 auf einen Euro sinken. In naher Zukunft könne man mit einem Preis von 2,40 Euro pro Liter rechnen.
Diese Annahme vorausgesetzt, würde ein Urlaubsflug von Berlin nach Mallorca bei einer Beimischung von zwei Prozent statt 145 Euro drei Euro mehr kosten. Ein 10-Prozent-Anteil würde Mehrkosten von 15 Euro bedeuten. Bei Langstreckenflügen wie beispielsweise von Berlin nach Peking könnte um elf Euro bzw. 53 Euro teurer werden.
Weichen stellen
Damit sich Powerfuels durchsetzten, muss nun politische Weichen gestellt werden. Unter einem CO2-Preis von 30 Euro pro Tonne würde die Luftverkehrswirtschaft nicht angereizt werden in Powerfuels zu investieren. Zudem soll könnten Steuern und Abgaben für den Einsatz von E-Fueles verwendet werden. (ls)



