Die Rheinische Energie AG (Rhenag) ist mit einem modular aufgebauten Angebotspaket in den Elektromobilitätsmarkt startet. Zwei der insgesamt vier Module setzen an beim Schlüsselthema "Laden". An diesem Punkt entscheidet sich nach Auffassung der Regionalversorgers ganz wesentlich, ob und wann Elektromobilität den Durchbruch schafft. Daher baut der Kölner Stadtwerkedienstleister die öffentliche Ladeinfrastruktur in seinem Stromnetzgebiet noch einmal deutlich aus.
Ladenetz in Rhein-Sieg-Region wird deutlich ausgebaut
Allein ein Siegburg kommen sechs weitere 22-kW-Ladesäulen hinzu, allein dort umfasst das Ladenetz dann künftig elf Ladestationen. Perspektivisch wird auch über die Inbetriebnahme von Schnellladesäulen mit einer Leistung von 150 kW nachgedacht. Zudem ist die Installation von vier neuen Säulen in Hennef und mindestens fünf Ladesäulen in Niederkassel geplant. Die wichtigste Tankstelle stehe künftig aber zu Hause, so Rhenag-Vorstand Kurt Rommel. „Unser zweites Angebotsmodul besteht daher aus Wallboxen und Ladetechnik für Privat- und Gewerbekunden. Aufgrund der staatlichen Zuschüsse kann die eigene Immobilie aktuell zu sehr attraktiven Konditionen mit moderner Ladetechnik aufgewertet werden“, betont der Vorstand.
Als Modul drei und vier bietet rhenag dann noch einen speziellen Autostromtarif sowie einen Rhenag-gebrandeten BMW i3 an, auf dessen regulärer Leasingrate sie einen Innovationsrabatt einräumt. Das Leasingangebot ist auf 50 Fahrzeuge begrenzt. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des neuen Geschäftsfeld zeigt sich der Kölner Energiedienstleister realistisch. "Es ist kein Geheimnis, dass in diesem noch jungen Markt derzeit die Wenigsten wirklich Geld verdienen“, erläutert Rhenag-Vorstand Hans-Jürgen Weck. Als Treiber der Energiewende auf der Straße gehört der Elektromobilität nach Ansicht des Regionalversorgers aber die Zukunft.
"Marktdynamik wird mit einem Schlag sehr hoch sein"
"Daher macht es aus unserer Sicht Sinn, schon heute diese Angebote zu entwickeln und als Player etabliert zu sein, wenn die Nachfrage anzieht", so Weck weiter. Wann der Tipping Point zum Massenmarkt komme, könne derzeit keiner sagen. "Wenn er da ist, wird die Marktdynamik jedoch mit einem Schlag sehr hoch sein", bekräftigt Weck.
Hinsichtlich der Frage, welche Rolle die kommunale Versorgungswirtschaft bei der Marktentwicklung der Elektromobilität einnimmt, sieht Rhenag die Aufgaben klar verteilt: Elektromobilität braucht zum einen attraktive, reichweitenstarke und erschwingliche Fahrzeugmodelle. Hier sind die Fahrzeughersteller in der Pflicht. Zum anderen braucht sie aber auch ein Umfeld, das strombetriebene Mobilität absolut alltagstauglich und zur spürbar smarteren Mobilitätsalternative macht. Das ist dann die Kernkompetenz der Energiewirtschaft – und zwar insbesondere die der regionalen und lokalen Unternehmen mit direktem Kundenzugang.
Schlüssige Gesamtkonzepte
Vor allem Stadtwerke könnten schlüssige Gesamtkonzepte anbieten, mit einer intelligenten Einbindung von E-Fahrzeugen ins häusliche Energiemanagement. "Im Idealfall treibt ein Thema das andere", so Kurt Rommel. "Kunden, die mit uns über Elektromobilität reden, sind tendenziell auch offen für Photovoltaik- und Speicherprojekte. Vice versa gilt dies genauso. Sektoren, die für eine gelingende Energiewende zusammengehören, wachsen durch diesen energiewirtschaftlichen Blick auf das Thema dann endlich stärker zusammen", zeigt sich Rommel überzeugt.
Carsharing für Kommunen
Ein weiteres neues Angebot bereitet die Rhenag für Städte und Gemeinden vor. Diese sollen ihre eigenen E-Fahrzeuge über eine spezielle Abwicklungsplattform auch außerhalb der Dienstzeiten einsetzen können. Die Fahrzeuge wären dadurch besser ausgelastet, die Bürger sollen dadurch niedrigschwellig mit E-Mobilität in Berührung kommen. Auch den eigenen Fuhrpark will die Innogytochter künftig konsequent auf Elektroantriebe umstellen. Seit Jahresanfang können nur noch Elektrofahrzeuge oder Plug-in-Hybride sowie die ebenfalls emissionsarmen Gasfahrzeuge als Dienstwagen bestellt werden. (hoe)



