Karin Rådström, CEO Daimler Truck, und Verkehrsminister Schnieder vor einem neuen Brennstoffzellen-Lkw.

Karin Rådström, CEO Daimler Truck, und Verkehrsminister Schnieder vor einem neuen Brennstoffzellen-Lkw.

Bild: © Daimler Truck AG

Der Schwerlastverkehr soll sauberer werden. Wasserstoff gilt hierfür als besonders geeignet. Der Grund ist seine hohe Energiedichte. Für den Hochlauf der Wasserstoff-Mobilität hat das Bundesverkehrsministerium nun Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe bereitgestellt.

Nicht nur viele neue Tankstellen sollen dadurch entstehen, sondern auch hunderte neuer Brennstoffzellen-Lkw neu auf die Straße kommen. "Damit lösen wir das Henne-Ei-Problem", hofft Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU).

Wasserstoff spielt technisch, wirtschaftlich und geopolitisch eine wichtige Rolle für einen klimafreundlichen Schwerlastverkehr und ergänzt batterieelektrische Antriebe sinnvoll.

Weiter erklärt Schnieder: "Die Lkw-Fahrer finden verlässliche Betankungsmöglichkeiten und die Tankstellen werden von Beginn an ausgelastet. "Schritt für Schritt entsteht so ein zuverlässiges Grundnetz."

Im Blick hat der Minister dabei insbesondere Speditionen und Logistikunternehmen. "Wasserstoff spielt technisch, wirtschaftlich und geopolitisch eine wichtige Rolle für einen klimafreundlichen Schwerlastverkehr und ergänzt batterieelektrische Antriebe sinnvoll."

Mehr als 200 Millionen Euro

Der Fördertopf umfasst insgesamt 220 Millionen Euro. Das Geld soll bis zu 40 neue Wasserstoff-Tankstellen und 400 Brennstoffzellen-LKW ermöglichen.

Anträge können noch bis zum 31. Mai dieses Jahres über das Förderportal des Bundes eingereicht werden. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag auf eine entsprechende Förderung verständigt.

Bei Tankstellen fördert die Koalition maximal die Hälfte der zuwendungsfähigen Ausgaben. Für Neufahrzeuge der Klassen N2 (3,5 bis 12 t) und N3 (ab 12 t) mit wasserstoffbasiertem Antrieb sind 80 Prozent der zuwendungsfähigen Mehrkosten gegenüber einem vergleichbaren Dieselfahrzeug förderfähig.

Der Auf- und Ausbau einer Lade- und Wasserstoff-Tankinfrastruktur muss jetzt schnell und entschlossen angegangen werden.

Branchenverbände wie der VDA (Verband der Automobilindustrie) hatten bereits im Vorfeld betont, dass der Umstieg auf klimaneutrale Nutzfahrzeuge nur mit einem Ausbau der passenden Infrastruktur gelingen könne. Der Auf- und Ausbau einer Lade- und Wasserstoff-Tankinfrastruktur müsse jetzt "schnell und entschlossen" angegangen werden, forderte der VDA im Dezember.

Am 29. Januar präsentierte darüber hinaus Daimler Truck in Berlin gemeinsam mit Minister Schnieder einen neuen Brennstoffzellen-Lkw mit einer Reichweite von nach eigenen Angaben 1000 Kilometern bei voller Ausladung. Geplant ist, ab Ende 2026 eine Kleinserie von 100 dieser Fahrzeuge in Wörth am Rhein zu produzieren.

Das Unternehmen unterstrich dabei in die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie, um Technologien und Infrastruktur gemeinsam zu skalieren.

Deutschlandnetz: ein Fünftel fertig

Neben dem Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für Lkw treibt der Bund auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge voran. Am 30. Januar wurde nun in Gütersloh der 200. Ladepark des sogenannten Deutschlandnetzes eröffnet.

Mit dem Programm möchte die Regierung insgesamt 9000 zusätzliche Schnellladepunkte an mehr als 1000 Standorten schaffen. Ziel ist laut Schnieder, jederzeit und überall schnell laden zu können. "Mit dem Deutschlandnetz schaffen wir eine flächendeckende Schnellladeinfrastruktur in der Stadt, auf dem Land und an der Autobahn."

Betreiber des jetzt eröffneten Parks ist das niederländische Unternehmen Allego. Der Jubiläumsstandort in Gütersloh verfügt über acht Ladepunkte mit bis zu 400 Kilowatt Leistung.

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