Die neue Wasserstoff-Tankstelle befindet sich beim AWG-Müllheizkraftwerk, das den Strom für die Wasserstoffproduktion liefert.

Die neue Wasserstoff-Tankstelle befindet sich beim AWG-Müllheizkraftwerk, das den Strom für die Wasserstoffproduktion liefert.

Bild: © Andreas Fischer

Ein Jahr nach Aufnahme des Regelbetriebs ziehen die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) eine durchweg positive Bilanz. "Im Betrieb kosten die Wasserstoffbusse schon jetzt nicht mehr als Dieselbusse", so Markus Hilkenbach, Vorstandsvorsitzender, WSW. Die neuen Busse hätten auch bei Tiefsttemperaturen im vergangenen Winter ihre Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt.

Vor diesem Hintergrund bauen die WSW ihre Wasserstoffinfrastruktur aus. Im Betriebshof Varresbeck im Wuppertaler Westen ist eine eigene Wasserstofftankstelle in Planung. Auf die europaweite Ausschreibung hätten sich namhafte nationale und internationale Unternehmen beworben. "Die zweite Tankstelle macht unsere wachsende Wasserstoffflotte im Einsatz flexibler", erläutert Ulrich Jaeger, Geschäftsführer, WSW mobil.

Strom aus Müllverbrennung

Das Wasserstoffprojekt der WSW mobil startete im Juni 2020. Die Fahrzeuge werden mit Wasserstoff betankt, der aus dem Müll der Wuppertaler Bürger gewonnen wird. Ein Elektrolyseur der WSW-Konzerntochter AWG produziert den Energieträger. Betrieben wird das Geräut mit Strom aus dem Müllheizkraftwerk Korzert.

Aktuell sind zehn Busse des belgischen Herstellers Van Hool im Einsatz. Sie fahren je nach Linie Umlauflängen von bis zu 280 Kilometern täglich.

Tankkosten auf Dieselniveau

Wichtig für die langfristige wirtschaftliche Betrachtung der Flotte sei neben der Wartungsintensität auch der Kraftstoffverbrauch, heißt es. Währed in den Sommermonaten nur rund 8 Kilogramm pro 100 Kilometern verbraucht wurden, stieg die Zahl am kältesten Wintertag bei -16 Grad Celsius auf über 10 kg. Im Jahresdurchschnitt verbrauchten die Busse 8,7 kg/100km.

"Durch die CO2-Abgabe erreichen wir damit schon in diesem Jahr bei den Tankkosten Dieselniveau", so Jaeger. Auch die technische Verfügbarkeit sei auf dem Niveau modernster Dieselbusse.

Hoffen auf die Preisdegression

Mit ihrer Reichweite von 400 Kilometern und dem zügigen Auftanken seien die Wasserstoffbusse batteriebetriebenen Elektrobussen deutlich überlegen, heißt es weiter. Für eine Marktdurchdringung hofft Hilkenbach auf eine deutliche Preisdegression bei der Fahrzeugbeschaffung: "Innerhalb der vergangenen 12 Monate sind die Preise um rund 10 Prozent gesunken, bei steigenden Stückzahlen aber erwarten wir einen noch deutlich höheren Rückgang."

Bis Ende des Jahres wollen die WSW ihre Wasserstoffbusflotte mit zehn weiteren Null-Emissions-Fahrzeugen des polnischen Hersteller Solaris verdoppeln. Das Wasserstoff-Projekt "H2W" von WSW und AWG wird durch die EU-Förderprogramme JIVE, MEHRLIN und JIVE2, das Förderprogramm des Bundes NIP2 sowie durch das Land NRW mit VRR-Mitteln unterstützt. (jk)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper