Die neuen Wasserstoffbusse der Wuppertaler Stadtwerke WSW gehören künftig zum Stadtbild. Die zehn Brennstoffzelle-Fahrzeuge nehmen den Linienverkehr auf.
Rein optisch unterscheiden sich die 12 Meter langen WSW-blauen Solobusse kaum von ihren dieselbefeuerten Kollegen. Der Unterschied kommt aus dem Auspuff, der weder Stickoxid noch Kohlendioxid ausstößt, sondern nur Wasserdampf.
Jederzeit volles Drehmoment
Wie bei allen Elektrofahrzeugen steht das volle Drehmoment sofort zur Verfügung. Das macht sich insbesondere auf den Bergstrecken des Stadtgebiets bemerkbar. Außerdem haben die Busse praktisch kein Motorengeräusch, sie sind auch bei laufendem Motor an der Haltestelle fast lautlos. Auf der Strecke hört man nur die Rollgeräusche.
Der eigentliche Clou ist aber das „Wuppertaler Modell“. Weltweit einmalig wird unter dem Dach der Wuppertaler Stadtwerke nicht nur der ÖPNV, hier die Busse, mit Wasserstoff betrieben, sondern auch der Treibstoff produziert. Das erledigt die Abfallwirtschaftsgesellschaft AWG am Müllheizkraftwerk Korzert in Cronenberg. Dort wurde im letzten Winter ein Elektrolyseur inklusive Wasserstofftankstelle errichtet.
Die Flotte wird noch erweitert
Da es noch keine Serienfertigung von Wasserstoffbussen, Elektrolyseuren oder Wasserstoff-Tankstellen gibt, wurde das Projekt umfangreich gefördert. Mit insgesamt 6,5 Millionen Euro haben die Europäische Union, der Bund, das Land NRW und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr das Projekt unterstützt. Die Gesamtkosten betragen 12 Millionen Euro. Im kommenden Jahr wird die Wasserstoffbusflotte der WSW mobil auf 20 Fahrzeuge erweitert.
Die Wasserstoffbusse des belgischen Herstellers Van Hool bieten Platz für 75 Fahrgäste. Die 12 Meter langen Fahrzeuge wiegen 14 Tonnen. Sie sind mit einer 85-Kilowatt-Brennstoffzelle und einer Lithium-Titanat-Oxyd-Batterie ausgerüstet. Die maximale Wechselleistung beträgt 210 Kilowatt. Ein Bus kostet rund 650.000 Euro und damit fast dreimal so viel wie ein herkömmlicher Dieselbus. (wa)



