Beim Laden von Strom für Elektroautos geht grundsätzlich Energie verloren. Diese Energie wird geliefert, abgerechnet und bezahlt, landet aber nicht in der Batterie. Solche Ladeverluste lassen sich nicht komplett vermeiden – sie sind aber je nach Situation unterschiedlich hoch. Daher hat der Automobilclub ADAC mit vier unterschiedlichen Testfahrzeugen nachgemessen, wo sie am höchsten sind.
Wer zu Hause lädt, hat mehrere Möglichkeiten. An der Haushaltsteckdose kann mit einer Ladeleistung von 2,3 Kilowatt, an der Wallbox mit bis zu 11 Kilowatt geladen werden. Es gibt auch Wallboxen mit 22 Kilowatt, sofern der Netzbetreiber zustimmt. Und schließlich gibt es die Möglichkeit, an der Wallbox die Ladeleistung zu reduzieren.
Wallbox ist die bessere Wahl
Die vom ADAC gemessenen Ergebnisse zeigen ganz eindeutig: Je nachdem, wie geladen wird, fallen die Ladeverluste sehr unterschiedlich aus. So ist die Effizienz an der Wallbox bei allen vier Testfahrzeugen deutlich besser als an der Steckdose. Am weitesten auseinander klafft die Differenz beim Renault Zoe, am wenigsten beim VW ID.3. Die geringsten Ladeverluste sind beim Fiat 500e zu verzeichnen.
In einer weiteren Messreihe wurde untersucht, wie groß die Ladeverluste ausfallen, wenn mit fahrzeugseitig reduzierter Ladeleistung an der Wallbox operiert wird. Das kann vorkommen, wenn Lastmanagement die Leistung auf zwei oder mehrere Fahrzeuge verteilt. Bei diesen Messungen zeige sich, dass die höhere Ladeleistung zu weniger Ladeverlusten führt.
Lange Leitung erhöht den Verlust
Gründe für die Verluste sind vielfältig: Der Wechselstrom aus der Steckdose muss vom On-Board-Ladegerät in Gleichstrom umgewandelt werden. Schon hier entstehen erhebliche Verluste. Außerdem sind im 12-Volt-Bordnetz während des Ladens Steuergeräte aktiv. 100 bis 300 Watt werden für den Betrieb von Komponenten für die Steuerung des Ladevorgangs benötigt. Schließlich kann auch eine lange Leitung von der Steckdose zum Parkplatz zu den Verlusten beitragen.
Gering bis vernachlässigbar sind laut ADAC hingegen der Hausverteiler, das Ladekabel, die HV-Kabel im Fahrzeug sowie die HV-Batterie selbst. In der Regel ist für eine Ladung an der Haushaltssteckdose auch kein Temperaturmanagement der Batterie nötig. In der Summe betragen die Ladeverluste an der Haushaltssteckdose 10 bis 30 Prozent.
Kürzer heißt effizienter
Wallboxen werden vom Elektriker so angeschlossen, dass die Zuleitung stärker ausgelegt ist und somit kaum Leitungsverluste anfallen. Wandlungsverluste im On-Board-Ladegerät fallen trotzdem in gleicher Höhe an. Der Eigenverbrauch der Fahrzeugelektronik wiederum ist viel geringer, da der Akku per Wallbox wesentlich schneller geladen wird und daher die Betriebsdauer der Nebenverbraucher deutlich kürzer ist. In der Addition betragen die Ladeverluste an der Wallbox nur 5 bis 10 Prozent, heißt es beim ADAC. (wa)



