Mit der App stehen Fahrgästen vom Namen her verschiedene, aber technisch identische Anwendungen zur Verfügung, die von sofort an genutzt und getestet werden können. Ziel sei es, deutschlandweit nur eine einzige App für alle Reisen mit Bus und Bahn, Bike- und Carsharing zu benötigen. Zum Marktstart mit dabei sind die vier Tarife von Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV), Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sowie Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Jede App kann Fahrkarten der jeweils anderen verkaufen, umfasst also alle vier Tarife.
Weitere Tarife und Partner sollen folgen
Schrittweise soll diese App-Version um zusätzliche Funktionen, Tarife und Partner erweitert und kontinuierlich optimiert werden, um schließlich auf die komplette ÖPNV- und Mobilitätsbranche ausgerollt zu werden. Gerade auch kleinere Verkehrsunternehmen können laut Pressemitteilung bei Mobility inside mitmachen – dafür sorge die technische wie organisatorische Gestaltung des Projekts.
Mit der nun gelaunchten App können Fahrgäste Einzel- und Tageskarten für Erwachsene zum Regeltarif erwerben, im MVV-, RMV- und VRR-Gebiet auch Kurzstrecken-Tickets. Der Verkauf des Tarifs im Schienennahverkehr sowie von DB-Fernverkehr erfolgt vorerst per Link zum DB-Navigator. Die deutschlandweite Verbindungsauskunft zu Bus und Bahn umfasst die Angabe von Echtzeitdaten und ist zudem multimodal: Mit dabei sind die Sharing-Angebote von ShareNow, Miles, Tier, Call a Bike, nextbike und MVG Rad.
Neuregistrierung erforderlich
Fahrgäste müssen sich vor Nutzung der App registrieren, da die Anwendung in dieser Form neu ist. Dies gilt auch, wenn sie bereits bei einem der Partner einen Account haben. Die Abrechnung erfolgt nach Buchung der Fahrkarten per Lastschrift.
Maßgeblich unterstützt wurde die Realisierung der Mobility inside-App vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr, welches mit 10,3 Millionen Euro die Hälfte der Kosten im Rahmen des Förderprojekts „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ förderte.
Rege Nutzung gewünscht und auch nötig
Laut Unternehmensangaben handelt es sich bei Mobility inside um die erste vergleichbare App überhaupt in Deutschland. Der Erfolg dieses Launches hänge auch von einer regen Nutzung durch die Fahrgäste ab. Denn so können technische Hürden schneller erkannt und beseitigt werden und die Nutzerfreundlichkeit weiter verbessert werden: Die bei der ersten Produktivversion erwarteten Anregungen von NutzerInnen für die Optimierung von technischen Funktionen und Handling werde man sammeln und bei der Weiterentwicklung berücksichtigen. Gleichzeitig sind diese ersten App-Versionen auch ein Aufruf an alle Unternehmen der ÖV-Branche, sich an diesem Leuchtturmprojekt zu beteiligen.
"Der Start von Mobility inside, davon bin ich überzeugt, wird eine Lawine ins Rollen bringen", sagte Knut Ringat. Der VDV-Vizepräsident und Geschäftsführer sowie Sprecher der Geschäftsführung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes ist sich sicher: " Je mehr Unternehmen mitmachen, desto mehr Fahrgäste, Aufsichtsräte und Unternehmen werden dabei sein wollen."
Die Veröffentlichung der ersten Mobility-inside-Version sei ein Durchbruch für das Projekt, für die Vernetzung der ÖV-Branche und ein Baustein für die Mobilitätswende. "Informieren, Buchen und Bezahlen macht die Nutzung von Bahn, Bus und Sharingangeboten so einfach, dass die Menschen gerne mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Im RMV haben wir deshalb auch schon den nächsten Schritt im Blick und werden 2023 Mobility inside in unsere RMV-App integrieren", so Ringat. (sg)
Mobility inside
Hintergrund
Nur eine einzige App für alle Reisen mit Bus, Bahn und Sharing-Angeboten – und das bundesweit: Das ist das Ziel des branchenweiten Vernetzungsprojekts Mobility inside. Eine digitale Plattform verknüpft Fahrplaninformationen, Tarife und die Abrechnung. Fahrgäste profitieren dann von "Informieren, Buchen und Bezahlen" aus einer Hand. Rund 200 Akteure, vom privaten und öffentlichen Verkehrsunternehmen bis hin zu Bürgerbusvereinen, haben im Vorfeld ihr Interesse an einer Partizipation bekundet. Im Herbst 2019 wurde Mobility inside als Gesellschaft gegründet und ein mehr als einjähriger Test eines App-Piloten mit rund 2.000 Fahrgästen gestartet.
Innerhalb des Projekts verantworten die Stadtwerke München insbesondere das Routing, also die Fahrtenbildung. Der RMV stellt das Hintergrundsystem für die Ausgabe von Fahrkarten und deren Abrechnung zur Verfügung, und die DB-Tochter Mobimeo bringt ihr Know-how zur Gestaltung des Frontends der Apps sowie der Schnittstellentechnik ein.
Die 13 Gesellschafter sind
- Aktiv Bus Flensburg
- Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG)
- Bentheimer Eisenbahn
- Bochum Gelsenkirchener Straßenbahnen (BOGESTRA)
- Deutsche Bahn
- Dortmunder Stadtwerke (DSW 21)
- Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB)
- Mainzer Verkehrsgesellschaft (Mainzer Mobilität)
- Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV)
- Rhein-Neckar Verkehr (rnv)
- Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV)
- Stadtwerke München (SWM)
- Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG)



