Die Umsatzerlöse der deutschen Energiespeicherbörse kletterten von 6,3 Milliarden Euro in 2019 auf 7 Mrd. Euro in 2020. Für 2021 rechnet der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) mit Umsatzerlösen von rund 7,6 Mrd. Euro, wie Bundesgeschäftsführer Urban Windelen am Montag bei einem Pressegespräch bekannt gab.
Mit rund 3,5 Mrd. Euro haben Haushaltsspeicher den größten Marktanteil. Einen deutlichen Einbruch von rund 20 Prozent verzeichneten dagegen die Industrie- und Gewerbespeicher, was laut BVES auf das Konto des Konjunktureinbruchs durch die Corona Pandemie geht.
Niedrige PRL-Preise bremsen Großbatteriespeicher aus
Auf stabilem Vorjahresniveau sind die Speicher für Systeminfrastruktur, den Löwenanteil davon stellen Pumpspeicher. Vor allem aufgrund der niedrigen Preise für Primärregelleistung (PRL) ging allerdings die Bedeutung der Großbatteriespeicher weiter zurück. "Derzeit gibt es keinen auskömmlichen Markt für Großspeicher in Deutschland“", so BVES-Chef Windelen, neue Projekte seien derzeit nicht im Bau.
Einen leichten Schub erwartet Windelen allerdings durch die startenden Innovationsausschreibungen. Der BVES rechnet damit, dass ab 2020 verstärkt erste Netzbooster realisiert werden, ebenso größere Elektrolyseure. Doch es seien "noch sehr viele Markthemen zu klären", um Großspeicher im Bereich der Systeminfrastruktur in Deutschland sowie Systemdienstleistungen mehr zum Durchbruch zu verhelfen, so Windelen. Er verwies hierbei auch auf das Veto der Bundesnetzagentur für zwei geplante größere Wasserstoffprojekte bzw. Elektrolyseure von Netzbetreibern. Dazu komme die nicht konsistente Regulatorik für Speicher beispielsweise im Hinblick auf eine doppelte Umlagenbelastung, welche auch Pumpspeichern zu schaffe mache.
PV und Elektromobilität als Treiber für Heimspeicher
Rosig sind hingegen die Aussichten für Heimspeicher. Jüngst wurde die Marke von 300.000 installierten Heimspeichern in Deutschland geknackt, so Windelen. Für 2021 rechnet er mit einem Zubau von weiteren 100.000 Haushaltsspeichern, getrieben durch den starken Ausbau der Photovoltaik sowie das Wachstum der E-Mobilität. 70 Prozent der PV-Anlagen werden mittlerweile mit einem Heimspeicher verbaut. Als Wachstumsmotor sieht Windelen auch, dass im Rahmen des EEG 2021 die EEG-Umlagenbefreiung von 10 kW auf 30 kW angehoben wurde.
Ein starkes Wachstum konstatiert der BVES auch bei Wärmespeichern im Haushaltsbereich, vor allem Wärmepumpen. So kletterte der Umsatz bei Wärmespeichern von 1,7 Mrd. Euro in 2019 um satte 40 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro in 2020. Für dieses Jahr werden Umsatzerlöse in diesem Bereich von 2,6 Mrd. Euro erwartet. (hcn)



